52
besonders darauf zu achten, daß die Hitze die lebhafte Noth-gluth nicht übersteigt und daß der Stahl, welcher sich nichtunter den Schlackenschichten findet, von dem Einfluß des Luft-zutritts geschützt wird. Zu dem Ende verschließt er Las Essen-register fast gänzlich und wirft noch eine Quantität Brennma-terial auf den Rost. Sobald die Stahlkörner schweißbar wer-den, verschließt man das Register ganz und gar und fängt an,die Luppen zu bilden, wobei man immer die Stahlmassc soviel als möglich unter der Schlacke hält. Jede Luppe mußnach ihrer Vollendung sogleich aus dem Ofen und nach demZängehammer gebracht werden.
Der Unterschied zwischen dem Stahl- und dem Eisenpnd-deln besteht nun hauptsächlich darin, daß man bei jenem, in demAugenblicke, in welchem sich kleine Körner auf der Oberflächeder flüssigen Schlacke zeigen, den Luftzug unterbricht, währendbei diesem, die Masse dem Luftzug ausgesetzt wird, wobei mandas Eisen wendet und von der einen zur andern Seite bringt,und dann die Hitze bis zum Schweißen steigert, darauf dieLuppen macht, welche, um gehörig geschweißt zu sein, noch einigeMinuten im Ofen bleiben müssen, ehe sie zum Zangen kommen.
Ist das zum Stahlpuddeln angewendete Roheisen nichtrein, ist es nicht bei Holzkohlen erblasenes spiegeliches, blu-miges, lnckiges, oder doch graues Roheisen der besten Art, istes aus strengflüssigen Erzen, bei Holzkohlen, oder gar beiKoaks dargestellt, so muß man während des Pnddelns die nach-theiligen Substanzen daraus zu entfernen suchen. — Was nunzuvörderst das Silicium betrifft, welches schon häufig im Roh-eisen vorkommt, so bindet man dasselbe durch reine Thonerde,welche man als Pulver in dem Augenblick in den Ofen wirft,in welchem das Roheisen flüssig zu werden beginnt.
Um den Schwefel zu binden, wirft man Kochsalz, sobalddas Roheisen schmilzt, in den Puddelofen; das Natrium deSSalzes verbindet sich mit dem Schwefel und das Sulfat, wel-ches dadurch gebildet wird, oxydirt, wenn man es dem Luft-zug aussetzt und verwandelt sich in schwefelsaures Natron.