Buch 
Die Bereitung und Verarbeitung des Stahls : ein unentbehrliches Handbuch für Eisen- und Stahlbeiter jedes Faches / nach dem englischen Werke des Ingenieurs Overmann deutsch bearbeitet von Carl Hartmann
Entstehung
Seite
59
JPEG-Download
 

ken, von denen der vordere 11 Zoll, der Hintere 6,10" Höhehat, eine 4 Zoll tiefe und 4 Zoll breite Gasse gebildet, welchedie Form, deren rundes Auge 1'/, Zoll Durchmesser hat, mit5 bis 6 Grad Steigung bestreicht. Die Räume zwischen denlangen Herdwänden und den Zacken sind mit Lösche ausge-stampft.

Die Gasse oder der Canal wird mit kleinen Kohlen aus-gefüllt. Quer über der Gasse werden auf die Zacken 20 Kölb-chen (kleiner Stahlkolbcn) neben einander gelegt, welche 1 bisI Vr Fuß hoch mit gröberen Kohlen überschüttet werden, dieman vorn mit einer Anfüllnng von Kohlenlösche nmgiebt, umden Zutritt der Luft abzuhalten und ein dichteres Anschließender Lösch: an den durchgesteckten Schenkeln der Zangen zu be-wirken. Sodann beginnt das Anwärmen der Kolbchen, welchesnach cnderthalb Stunden so weit gediehen ist, daß sie ausge-reckt werden können. Dies geschieht unter einem 140 Pfundschweren Hammer (Zichhammer), dessen Bahn 12 Zoll langund 1 Zoll breit ist. Die Kolbchen werden mit einem Male,d. h. ohne ein zweites Anwärmen, zu Stäben von einem hal-ben Zoll Quadrat ausgeschmiedet. Es werden für jeden Besatzetwa 130 Pfund Kölbchen genommen, wozu etwa 8 CubikfnßHolzkohlen verbraucht werden. Der ausgestreckte Stahl wirdnur noch schwach rothwarm im kalten Wasser gehärtet, mitHammerschlag sauber abgerieben, mit Wasser abgespült, getrock-net, dann gebrochen und sortirt und endlich in Fässer oderKisten gepackt, auf denen das Zeichen der Stahlsorte aufge-brannt ist.

Unganze Kolben zieht man aber nur bis zur Stärke vonVi bis 1 Zoll im Quadrat aus, und nennt diesen StahlRomanstahl. Der Abgang oder der Stahlverlust beimAusstrecken beträgt 5 bis 6 Procent von den in die Arbeit ge-gebenen Kölbchen.

Beim Raffiniren deö Puddelstahls hat man in den Stahl-werken bei Hagen in Wcstphalen eine ganz neue Methode durchanhaltendes Glühen der, mit einer selbst indifferenten, aber zu-