100
Härtungen mit so großem Nutzen bedient. Der Grund dieser Er-scheinung ist unbekannt, und vielleicht in der Entwickelung derGasarten zu suchen, vielleicht auch in der Reinheit der thierischenKohle und des Rußes, welche höchst wenig Asche hinterlassen.
Es versteht sich von selbst, daß der Zutritt der Luft sorgfäl-tig abgehalten und daß der Kasten daher gut verschlossen seinmuß. Das Oeffnen und Entleeren der Kästen muß schnell ge-schehen, damit die glühende Eisenwaare abgelöscht wird, ehe sieGlühspan ansetzen kann. Das zu cementirende Fabrikat muß vor-her ganz rein gefeilt und nach Umständen auch geschmirgelt sein.
Wenn der Stahl den höchsten Grad der Feinheit des Kornsbehalten und keine zu große Sprödigkeit erhalten soll, so muß erin schwacher Hitze gehärtet werden. Bei schneidenden Waaren istdiese Vorsicht um so nothwendiger, weil die Spitzen oder diefeinen Schneiden leicht zu stark erhitzt werden und dann beimHärten eine zu große Sprödigkeit erlangen. Deßhalb ist dieOberflächenhärtnng bei solchen Stahlwaaren ganz unanwendbar,indem das Cementirpnlver bei einer zu geringen Hitze nicht wirk-sam werden kann, bei einer zu starken Hitze aber das Gefüge desStahls grob wird und beim Härten oder Ablöschen zwar einesehr große Härte hervorgebracht, aber auch die Sprödigkeit unge-mein erhöht wird. Nur bei den stählernen Feilen und Raspeln,welche ^den Hieb im weichen und noch nicht gehärteten Zustandedes Stahls erhalten, muß man die Härte durch eine Oberflächen-härtung vermehren, weil die feinen Zähne schon die Wirkungendes Cementirpulvers erfahren, ohne daß sie über den zum Härtenerforderlichen Grad des Glühens erhitzt werden dürfen. Manläßt sie in reinem Kohlenfeuer braunroth werden, reibt sie dannschnell mit Horn ab, glüht sie noch einmal bis zur lichtro-thcn Glühhitze zwischen Kohlen und taucht sie senkrecht in kaltesWasser. Oder man überzieht sie kalt mit einem Brei aus ver-kohltem Leder, Ruß und Milch, trocknet den Ueberzug schnell undglüht die Feilen in reinem Kohlenfeuer bis zur hellrolhen Glüh-hitze, worauf man sie senkrecht in kaltem Wasser ablöscht. Ein Zu-satz von einigen Procenten Kochsalz, oder auch von Salmiak, zn