vorgenommen werden muß, abzuhalten, kann man sich einer Hülleund Decke von Eisenfeile, oder von einem Gemenge aus zweiTheilen gepulverter Kreide und einem Theil Kohlenftanb bedie-nen. Durch das Glühen wird die Quantität der Kohle im Stahleweder vermehrt noch vermindert, aber es bilden sich Polycarbn-rctc, zu deren Bildung indeß, wenn sie ganz entschieden hervor-treten sollen, ein ungleich länger anhaltendes Glühen erforderlichist, als die Glühhitze, welche man gewöhnlich anwendet, um ge-härteten Stahl wieder weich zu machen. Durch das anhaltendeGlühen des Gußstahls wird eine andere Bertheilnng der Kohlein der Stahlmassc bewirkt, wodurch die weichere Beschaffenheitderselben hervorgebracht wird.
In dem Augenblicke, wo der Stahl nicht allein schweißbar,sondern auch dehnbar zu sein aufhört, erhält er den Namen Roh-eisen. Bom Gnßstahle glaubte man sonst, daß er sich nicht schmie-den lasse, sondern sogleich in die Form, welche er erhalten soll,gegossen werden müsse. Sobald er aber im glühenden Zustandekeine Dehnbarkeit mehr besitzt, hört er aus Stahl zu sein, weildie Dehnbarkeit der einzige Unterscheidungscharakter des Stahlsvom weißen Roheisen ist.
Durch den Mangel an Schweißbarkeit unterscheidet sichzwar der harte Stahl vom Stabcisen; indeß ist dies kein wesent-licher Charakter. Der dehnbare, aber nicht mehr schweißbareGußstahl ist von allen Stahlarten der härteste und dichteste, aberauch der sprödeste und besitzt die geringste Festigkeit, weil er sichdem weißen Roheisen am Meisten nähert. Ist man mit der Be-schaffenheit des Materials, welches znm Gußstahl genommenwird, genau bekannt, so wird es möglich sein den weichsten undfestesten Stahl, der sich dem Stabeisen am meisten nähert, sowieden härtesten und sprödesten Stahl darzustellen, der dem Roheisenam nächsten kommt und sich von demselben nur durch die Dehn-barkeit unterscheidet.
Es crgiebt sich aus diesen Betrachtungen, daß es zweckmäßi-ger ist, den Gußstahl aus schon vorhandenen Verbindungen des