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sehen werden, in einem andern Sinne zu nehmen, und wahr-scheinlich fällt der mit diesem Namen belegte Stahl in dieKategorie des gewöhnlichen Gnßstahls.
Die Art der Anfertigung des echten ostindischen Stahlsoder Wootz ist keineswegs unbekannt, und schon durch frühereReisende ausführlich beschrieben, auch scheint sich seit jener Zeitin dem von den Jndiern schon seit undenklicher Zeit befolgtenVerfahren nichts geändert zu haben, wie aus den in der ost-indischen Abtheilung der Londoner Ausstellung enthaltenenZeichnungen und Beschreibungen des Mr. Hamilton zu In-dora sich ergiebt, welche einen Eisenschmelzofen von dort übli-cher Einrichtung darstellen. Es ist ein ganz kleiner Schacht-ofen, dessen unterer Theil in einer kleinen Grube besteht, diein dem Erdboden angebracht ist, über welcher sich der ausThon und Kuhdünger hergestellte chlindrische Schacht befindet.Zwei Blasbälge von Ziegeufcllen werden durch einen Mannin abwechselnder Bewegung gehalten, und treiben den Winddurch einen Schlauch und die thönerne Düse, welche stark ge-neigt, etwa Fuß über dem Boden des Ofens liegt. AlsBrennmaterial dienen Holzkohle, zu harten Kuchen gekneteterund getrockneter Kalidünger, und klein gehacktes Holz. Es wirdzuerst eine dünne Schicht Holz eingelegt, hierauf eine etwa1 Zoll dicke Schicht von Eisenerz, sandförmigem Magneteisen-stein, auf diese eine Schicht Kohle, und so abwechselnd bis zurGicht des Ofens. Nach vierstündigem Blasen soll sich derOfen in voller Gluth befinden und ein Theil des Eisenerzeseingeschmolzen sein. Man fährt nun mit Aufgeben von Brenn-material und Erzen etwa noch 8 Stunden fort, worauf manden Ofen abkühlen läßt, nach weiteren 12 Stunden ihn auf-blickt und die gebildete Luppe von etwa 40 Pfd., die ausreinem hämmerbaren, nur mechanisch durch Schlacke verunrei-nigten Eisen besteht, herauszieht. Sie wird nun in einem an-dern Ofen znr Schweißhitzc gebracht, sodann gehämmert undin mehreren Hitzen zu einer Stange oder der sonst verlangtenForm ansgeschmiedet. Die Ausbeute an fertigem Stabeisen
Hartmann, Derrikung des Erahls. 10