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Die Bereitung und Verarbeitung des Stahls : ein unentbehrliches Handbuch für Eisen- und Stahlbeiter jedes Faches / nach dem englischen Werke des Ingenieurs Overmann deutsch bearbeitet von Carl Hartmann
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deren sehr wesentlichen Zweckes, wie wir schon gesehen haben,nämlich zur Ausgleichung der ungleichartigen Stellen in Stahl-massen, und zur Verdichtung und Consolidirnng der ganzenStahlmasse selbst. Die Bildbarkeit oder Plasticität der roth-glühenden Stahlsorten unter dein Hammer hängt von ihrerchemischen Natur oder davon ab, ob sie näher dein Roh-eisen oder dem Stab eisen stehen. Kein eigentliches Roh-eisen ist rothglühend hämmerbar, und der rothglühende Stahlist es um so weniger, je näher er dem Roheisen steht. Stahldieser Sorte erfordert deßhalb die größte Vorsicht in Bezugauf den rechten Grad der Glühhitze, welche Scharlachrotsteniemals übersteigen darf, so wie Umsicht und Geduld im Häm-mern, und deßhalb konnte orientalischer, unsere einheimischeArten weit übertreffender Stahl, der sogenannte Wootz unddergleichen, von unseren europäischen Schmieden gar nie be-arbeitet werden.

Sie heitzten und hieben darauf los, als hätten sie ge-wöhnlich hartes Eisen unter dem Hammer, und deßhalb zer-fuhr ein solcher Stahl unter dem ersten Hammerstrciche inStücken, oder er wurde wenigstens so rissig, daß er nicht mehrzu brauchen war. Aber auch der weichste Stahl schmiedet sichunter dem Hammer immer härter als Stabeisen, d. h.' er er-fordert mehr Kraftanwendung bei seinem Ausrecken. AllerStahl, der sich bloß seines Kohlenstoffes und Siliciumgehalteswegen wild und widerspenstig unter dem Hammer in der übli-chen Hitze zeigt, hat jedoch in der Regel einen gewissen Hitze-grad, in dem er schmiedbar ist. Man muß diesem Hitzegradedurch Versuche nachspüren, immer liegt er innerhalb sehr engerGrenzen unter dem gewöhnlichen üblichen Hitzegrade derScharlachröthe. Man kommt deßhalb schnell zum Ziele,wenn man mit einer Hitze beginnt, welche sich der Scharlach-röthe nähert. Hat man durch einige wenige Versuche denrechten Hitzegrad ermittelt, so schmiedet man den Stahl anfangsnur vorsichtig, erhitzt ihn wieder, und fährt so langsam fort,bis er sich zuletzt ganz geschmeidig unter dem Hammer zeigt.