Buch 
Die Bereitung und Verarbeitung des Stahls : ein unentbehrliches Handbuch für Eisen- und Stahlbeiter jedes Faches / nach dem englischen Werke des Ingenieurs Overmann deutsch bearbeitet von Carl Hartmann
Entstehung
Seite
197
JPEG-Download
 

197

dessen gerade Fläche nach außen, dessen schiefe aber nach innenübereinander zu liegen kommen.

Wie weit der Hitzegrad der Stahlstücke fortgeschritten ist,sieht man bei kleinen Stücken, indem man sie von Zeit zuZeit aus dem Feuer nimmt. Haben sie volle Schweißhitze, soerkennt man dieß bei mittelmäßig hartem Stahle sehr leicht amFunkensprühen, wobei man thonigen Sand oder Thon aufzu-streuen ja nicht vergessen darf. Beim sehr harten Cementstahlc,oder beim Gußstahle überhaupt, darf man das Funkensprühennicht erwarten, denn da würde der Stahl längst verbrannt sein.

Der englische Gußstahl darf nur bis zur safrangelben Hitze,oder höchstens bis zu einer Hitze gebracht werden, die sich ausdem Gelben in's Weißliche zieht; so gleichfalls der Cemeutstahl.

Steierischer und kärnthnerischer Stahl verträgt am meistenHitze und läßt sich am öftesten schweißen, der Cementstahl, wieschon gesagt, nicht mehrere Male. Immer muß, wenn mansolche geschweißte Stähle öfters nacheinander einer bedeutendenHitze auszusetzen genöthigt ist, die darauffolgende Hitze stufen-weise immer schwächer genommen werden. Beim feinsten Guß-stahle ist, wie schon erwähnt, das Schweißen eine sehr mißlicheOperation und erfordert die größte Umsicht, so daß sie nur sel-ten und Wenigen gelingt.

Die Hauptsache ist immer, daß die zusammenzuschweißen-den Stücke so abgerichtet und geformt werden, daß man sie in-einander stecken kann und daß sie daher von selbst aneinanderhaften. Man schweißt z. B., um ein Messer anzufertigen, denGußstahl der Schneide keilförmig, den andern Stahl, der denRücken bilden soll, biegt man scheibenförmig zusammen undsteckt den Gußstahl mit der keilförmig verjüngten Seite in dieScheide für den Rücken.

Die zweite Bedingung ist, die Fugen mit einem Breivon Thon zu überziehen und das Ganze so gut zu überstrei-chen, daß das Feuer nicht unmittelbar die zusammenzuschweißen-den Flächen berühre. Setzt man diese so vereinigten Theile