199
bereit. Man bringt sie nnn so schnell als möglich anf denAmboß (bei kleineren Sachen muß man einen kleinen Amboßschon am Herde vorräthig halten, wozu auch ein mit der Bahnaufrecht gestellter und in's Herdgestübbe eingegrabeuer Hammerdient), und giebt dann rasch einige kräftige Schläge auf dieFugen, wodurch die innigste Bereinigung der beiden Stellenbewirkt wird, wenn man nur reinlich und hinreichend schnellzu Werke ging. Ist die Bereinigung auf diese Weise erfolgt,dann fängt man das Stück regelmäßig auch auf den andernbeiden Seiten und zuletzt auf allen auszuschmieden an. Auchwenn man in Stahlstücken einen sogenannten Wolf bemerkt,d. i. eine unganze Stelle, durch Oxyd gefärbt, oder durch einSchlackenköruchen entstanden, so durchschlägt man diese Stellemittelst eines Punzen, füllt sie mit dem Boraxglase aus, undgiebt ihr hellrothe Glühhitze. Durch ein paar Hammerschlägeläßt sich die Oeffnung so verschweißen, daß das Stahlstück wie-der vollkommen gesund erscheint.
Man sieht sich oft genöthigt, Stahl mit Eisen zusammen-zuschweißen. Es findet hier, wie wir schon oben erwähnt, derbesondere Unistand statt, daß das Eisen erst in einer Hitzeweißglühend wird, in welcher Gußstahl schon längst verbranntsein würde. Bringt man auch bloß hellroth erhitzten Gußstahlmit einer sehr großen weißglühenden Eisenmasse zusammen, sowürde die Weißglühhitze der Eisenmafse den Stahl ebenfallsverbrennen.
Bei sehr großen Eisenstücken, wie z. B. bei Hämmern,Ambossen rc. ist eS hinreichend, die große Eisenmasse schweiß-warm zu machen. Statt eines zur Bahn bestimmten Stahl-stückes setzt man sie aus mehreren neben einander gelegten undgehärteten Stahlstückchen von 3 — 1 Quadratlinicn zusammen»die man durch einen Ring verbunden hält, und von oben so-wohl, als zwischen den Seiten mit gepulvertem Boraxglase be-streut. Es ist hinreichend, das schweißwarmc Eisen aus dieseso zubereiteten Stäbchen zu legen und mittelst eines Hammerseinige Schläge darauf zu geben, wodurch die Stahlstäbchen so-