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Die Bereitung und Verarbeitung des Stahls : ein unentbehrliches Handbuch für Eisen- und Stahlbeiter jedes Faches / nach dem englischen Werke des Ingenieurs Overmann deutsch bearbeitet von Carl Hartmann
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Hitzen sind dazu nothwendig. Das Anshämmern der Schneidebewirkt zugleich, vermittelst der hier stattfindenden Ausdehnung,die Krümmung der Klinge, wenn diese erfordert wird: beigeraden Klingen muß durch zweckmäßige Gegcnschlage die Krüm-mung verhindert werden. Die Beendigung des Schmiedensgeschieht durch völlige Ausbildung der Angel, wozu eine Hitzemehr als genügend ist. Nach allem Verstehenden ergiebt sich,daß eine Säbelklinge ungefähr 15 Mal in das Feuer kommenmuß, bevor sie als fertig geschmiedet abgeliefert werden kann.

Die Klingen werden nun mit einer Vorfeile (besser aufdem Schleifsteine) von den vorhandenen größeren Unebenheitenbefreit, und kalt mit dem Hammer gerade gerichtet. Um dasHärten vorzunehmen, erhitzt man sie gleichmäßig zum Roth-glühen, schiebt sie sehr schnell durch eine Masse angefeuchtetenHammerschlags, und taucht sie endlich, die dicksten Theile (alsoRücken und hinteres Ende) voraus, in kaltes Wasser. DasAnlassen geschieht auf glühenden Kohlen und bis zum Erschei-nen der gelben Farbe, worauf man die noch heißen Klingenmit dem Hammer gerade richtet, in so fern sie beim Härtensich verzogen haben. Damit nicht während des Richtens dieKlingen zu kalt werden, thut man am besten, dieselben aufzweimal anzulassen und zu richten, nämlich zuerst die eineHälfte, dann die andere. Dabei ist es nothwendig, eine kurzeStrecke in der Mitte gar nicht in das Feuer zu bringen, weildieselbe hinlängliche Hitze durch Mittheilung von den beidenEnden her empfängt.

Nach dem Härten und Anlassen werden die Klingen ausnassen Steinen geschliffen, und zwar zuerst die ebenen Flächenund der Rücken, endlich die Aushöhlungen. Die Flächen undder Rücken werden auf 6 bis 7 Fuß großen, 9 Zoll dickenSandsteinen, welche gegen 200 Umläufe in der Minute machen,der Quere nach geschliffen, d. h. so, daß die Klinge parallelzur Achse des Steins gehalten wird. Auf die Klinge wird zurgrößeren Bequemlichkeit ein danach geformtes, 1 Zoll dickesHolz gelegt, sammt welchem sie der Schleifer mit beiden Hän-