Buch 
Die Bereitung und Verarbeitung des Stahls : ein unentbehrliches Handbuch für Eisen- und Stahlbeiter jedes Faches / nach dem englischen Werke des Ingenieurs Overmann deutsch bearbeitet von Carl Hartmann
Entstehung
Seite
282
JPEG-Download
 

282

sind, das Glätten auf hölzernen Scheiben, welche mit Holz-kohle eingerieben und mit einem Achat oder Blutstein glänzendgemacht sind.

Die Proben, welchen man die Klingen unterwirft, umihre Härte, Zähigkeit und Elasticität zu erforschen, sind fol-gende : 1) Man stützt die Spitze gegen ein Brct, und bewirktdurch langsamen Druck aus die Angel eine Ausbiegung von 9bis 10 Zoll, erst nach der einen, dann nach der andern Seite.Die Biegung muß regelmäßig erscheinen und beim Aufhörendes Druckes völlig wieder verschwinden. 2) Man schlägt dieflache Klinge einige Mal mit größter Heftigkeit auf einen Tischoder gegen den Umkreis eines abgestutzt-kegelförmigen Holzklotzes,der 30 Zoll Höhe, oben 12 und unten 18 Zoll Durchmesserhat. Auch hierbei darf nicht die mindeste Beschädigung sich zeigen.3) Man haut mit der Schneide, und zwar au drei verschie-denen Punkten derselben, in ein drei bis vier Linien dickes,auf der hohen Kante stehendes Eisen, wobei keine Scharte ent-stehen darf: offenbar von allen Proben die entscheidendste.

Ueber die Berfertignng der damascirten Klingen ist bereitsweiter oben geredet worden.

Das Bajonnet ist eine zugespitzte stählerne Klinge mitzwei, drei oder vier, die ganze Länge einnehmenden Aushöh-lungen (Rinnen), wodurch auch eben so viel Kanten ent-stehen. Das untere Ende der Klinge ist durch einen bogen-förmigen Hals mit der Hülse oder Tülle verbunden, einemcylindrischen eisernen Rohre, welches znm Aufpflanzen des Ba-jonnets dient, und hierzu mit einem sogenanntenSperr-Ringeoder mit einer Feder versehen wird. Die Klinge wird ausStahl unter einem kleinen, von: Wasser getriebenen Schwanz-hammer aus dem Groben vorgcschmiedet, dann in zweiteiligenGesenken völlig geformt; der unterste Theil derselben erhälteine angemessene Gestalt, um nachher einen Theil des Halseszu bilden. Die Hülse wird aus einem flachen Eisenstücke imGesenke gebogen, über einem Dorn zusammengerollt, in Lehm-brei getaucht, und mittelst zwei oder drei Hitzen geschweißt.