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Psychologische Briefe / von Dr. Johann Eduard Erdmann
Entstehung
Seite
XIV
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XIV

Dedikations-Epistel.

Körner des Geistes von der Spreu des Unsinns zu son-dern, nicht sowohl deswegen nicht, weil was der Kritikerals Spreu bezeichnete, gerade Körner sein könnten, son-dern weil es mir wirklich so gegangen ist, wie er von denLesern seiner Recension zu erwarten scheint: ich haltesie für sich selbst widersprechend und darum hat sie imganzen denselben Eindruck auf mich ge inacht, wie diedarin meinem Vergleich des Lebens und des Verbrennungs-prozesses entgegengestellte imposante Behauptung: nichtdas Leben lehre die moderne Naturwissenschaft mit demVerbrennen vergleichen, sondern die Verwesung, dies be-weise wer denkt hier nun nicht an Faraday oderLiebig oder irgend einen andern Heros des 19. Jahr-hunderts? Aber nein! Dies beweise Keppler. Kurzdas Resultat war, dafs ich auch, nachdem ich die Recen-sion von der Isar gelesen hatte, wieder zu meinem Müllerzurückkehrte:

Quon clise quelcpie chose ou quon ne dise rien

Jen veux faire a ma töte.

Wenn ich nun hinzufüge: je le fis, und dabei Sie auf-fordere , mit dem liebenswürdigen Fabeldichter von mirzu sagen: il fit bien , so bitte ich mir nur das Prädikatbien , nicht sagement aus, denn dieses letztere mir vor-zuenthalten, sind Sie vollkommen berechtigt. Es wäreviel klüger gewesen jedes Wörtchen auszustreichen, ausdem sich Pantheismus, dieserschwarze Mann, mit demman die heutigen Kinder schreckt, heraus destillieren läfst,und immer von Zeit zu Zeit vom Respekt gegen christlichklingende Stichworte durchdrungen zu erscheinen, dennKinder und Stichworte regieren heutzutage die Welt.Es wäre ebenso vielleicht klüger gewesen, mit stummerVerbeugung die Reprimande eines Mannes mir gefallenzu lassen, der bei so vielen Zeitschriften ein emsigerMitarbeiter ist. Aber was wollen Sie? Wer ohne klugzu werden in die zweite Hälfte des Jahrhunderts getretenist, wird es schwerlich je werden. Übrigens würde ichmich des schnödesten Undankes schuldig machen, wennich sagen wollte, dafs ich durch die Ausstellungen, dieman an den Briefen gemacht hat, nichts gelernt habe.Selbst die, auf die ich bis jetzt hingedeutet, haben mir