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Fünfter Brief.
ihm äufserlichen Umstand wegfallen, dafs ein Beobachtersich zurückzöge. Also um ein wirkliches Unterschieden-sein des Menschen zu denken, werden wir ihn so denkenmüssen, dals nicht nur für die Beobachtung oder Ver-gleichung seine natürliche Beschaffenheit die Negationeiner andern ist, sondern dafs sie dies an sich ist. Diesaber findet nur dort statt, wo Eines wirklich sich selbstvon dem Andern unterscheidet, indem es an diesem seinUnterschiedenes oder Negatives, d. h. sein Gegenteil hat,dem es entgegengesetzt ist. (Wenn ich den Tisch mitdem Briefbogen vergleiche, so ist jedes nur für michein Anderes, weil ich sie aufeinander beziehe; dagegenaber hat das Gute an dem Bösen sein Anderes, von demes nicht nur unterschieden wird, sondern sich scheidet.)So weit war ich in meinem Gespräch mit Ihnen, als IhrBrief ankam, der mich für die Zukunft davon dispensiert,mir mit den Übergängen viel Mühe zu geben. Destobesser. Sie geben mir damit die Vollmacht, ohne weiteresso fortzufahren: „Unser Begriff vom Menschen ist erstdann vollständig, wenn wir ihn in einem von Natur ge-setzten Gegensatz denken.“ — Wie aber in der Regel keinGlück allein zu kommen pflegt, so trifft’s sich, dafs, wennich mich nun in einem raschen Sprunge auf den Punkthinstelle, zu dem ich auf dem Schneckengange dialektischerEntwickelung nur mit grofser Mühe hingelangt wäre, ichauch imstande bin, dem Geheifs Folge zu leisten, dasIhre Mitleserin durch ihre Bemerkung an mich hat ergehenlassen. Sie findet es nämlich ungerecht, dafs bei der Be-trachtung der Lebensalter ich ganz gethan habe, als gebees nur Männer in der Welt, dafs ich sie nur nach demmännlichen Geschlecht bezeichnet, dafs ich bei ihrer Cha-rakteristik die Frauen ganz vergessen, höchstens in Pa-renthesen erwähnt, kurz, dafs ich hier, ganz dem Männer-egoismus gemäfs, uns als die Herren der Schöpfung be-