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Fünfter Brief.
der ganze Unterschied in diesem Studium ist, dafs unsdas Unbegreifliche das Frauen herz ist, während dieFrau immer wieder erstaunt sieht, was ein Männer köpfdoch für Einfälle haben könne. Die Einseitigkeit beiderGeschlechter macht, dafs der Mann fortwährend reflektiert,in jedem Verhältnis die verschiedenen Seiten hervortretenläfst und eben darum, da auch das geistige Auge nureinen Punkt zur Zeit ganz fixiert, leicht einseitig wird,während die Frau durch ihren unmittelbaren Takt stetsdas Ganze im Auge hat, mögen auch darüber die einzelnenSeiten zu wenig beachtet werden. Jetzt denken Sie sichMann und Frau in dem Augenblick, wo etwas, was derMann gethan hat oder thun will, besprochen wird. Siekönnen sicher sein, er wird Gewicht legen allein auf dieGründe, die ihn leiten, sie dagegen wird ebenso gewifsdie ganze Situation im Auge haben, das, was die Weltdazu sagen, was dabei herauskommen wird, kurz alles,was daran hängt. An eine eigentliche Verständigungist, wenn sie verschiedener Ansicht sind, hier nichtzu denken, weil sie auf ganz verschiedenem Terrainstehen, und nur Nachgeben wird der Differenz ein Endemachen. Wenn nun, nachdem der Mann seinen Willendurchgeführt hat, die Erfahrung ihm zeigt, dafs, woraner nicht, die Frau aber wohl gedacht hat, wirklich ein-getreten ist, und sich dergleichen Erfahrungen mehren, sowird es begreiflich, dafs nun ihm immer von Wichtigkeitwird, wie seine Frau ein Unternehmen ansieht. Dies istnicht eine Schwäche, sondern das ist vernünftig, denndie über alle Einseitigkeiten gehende Vernunft lehrt, dafsdie Folgen ebenso zur That gehören, wie die Gründe,woher auch das im Namen der Vernunft sprechendeGewissen und das Gesetz (die auch beide neutrius generissind) auf beides Rücksicht nehmen. Aber wohlbemerkt,nur da handelt er vernünftig, wenn er auf das Urteil