Achter Brief.
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schmeichelnd kriecht. Vor allem dienen die Hände demSpiele der Gebärden, die dann Gesten heifsen. Beimanchen, und sie sind eben darum die leichtest verständ-lichen, ist ihr symbolischer Charakter offenbar; dafseiner, wo ein Leid über ihn hinausgeht, die Hände überden Kopf erhebt, wie ein Mensch, der ins Wasser fielund dem Ertrinken nahe ist, erklärt sich aus der Ähn-lichkeit beider Situationen; was das Heranwinken bedeutet,weifs man gleichfalls, weil im verkleinerten Mafsstabe Be-wegung und Richtung angegeben wird, die man vomandern fordert; andere Bewegungen mögen ursprünglichkonventionelle Zeichen sein, so das Händeklatschen, umBeifall zu geben; sie werden durch Gewohnheit zu Ge-bärden, und man glaubt zuletzt, dies sei das natürlicheBeifallszeichen. Zu den Extremitäten gesellen sich danndie beweglichen Teile des Gesichts, deren Gebärden manbekanntlich Mienen nennt. Auch hier spricht die Miene,die man das lange Gesicht nennt oder auch das Hängen-lassen des Maules, wo die Muskeln plötzlich den Tonuszu verlieren scheinen, deutlich genug, um anzudeuten,dafs der Mensch aufser Fassung geriet. Sein Gegenteilist das mit Stirnrunzeln verbundene Zusammenpressendes Mundes, welches Konzentration der Gedanken undgewaltsames Zusammenhalten des sonst ausbrechendenZornes so trefflich auf dem Gesichte zeichnet, dafs jedererkennt, was diese Linien vorstellen. Endlich bieten dieAtmungswerkzeuge einen grofsen Reichtum vonBewegungen dar, welche zu Gebärden verwandt werden.Der Seufzer, dieses gewaltsame Luftschnappen, in demwir für einen Moment die geprefste Brust erleichtern,ebenso der Schrei, auch wenn er sich nicht zum Rufnach Hülfe artikuliert, sie sind Gebärden. Während diesesehr nahe an der Grenze stehen, die durch das Lachenund Weinen bezeichnet wurde, giebt es andere BewegungenPsychologische Briefe. Siebente Aufl. 15