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Psychologische Briefe / von Dr. Johann Eduard Erdmann
Entstehung
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391
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Sechzehnter Brief.

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es freilich auch schon in ihrem Ursprünge sein mufs.Das Rätselhafte in ihrem Wesen habe ich in meiner Aus-einandersetzung so formuliert, dafs das Wort Produkt derIntelligenz und doch von ihr vorgefunden sei. Damit istdie Möglichkeit zweier entgegengesetzten Ansichten überdie Sprache gesetzt, die beide einseitig sein werden, jenachdem sie nur die eine oder die andere dieser Be-stimmungen festhalten. Diese sind nun wirklich geltendgemacht worden, und indem sie nach der bei den Rassenerwähnten Weise den Ursprung zur Ursache des Wesensmachten, anstatt umgekehrt,, haben die einen behauptet,die Menschen hätten die Sprache willkürlich erfunden,während die andern dagegen behaupteten, sie sei ihnen(von einem höhern Wesen) beigebracht. Ich brauchenicht zu bemerken, dafs jede dieser Ansichten sich aufeine Hälfte meiner Formel berufen kann. Wie es abermit allen halben Wahrheiten geht, dafs sie in Wider-sprüche verwickeln, so sind auch hier dieselben nichtausgeblieben. Beide Ansichten nämlich bewegen sich ineinem steten Zirkel, indem sie voraussetzen, was sie er-klären sollen. Um sich zu verabreden, dafs dieser Lautdies bedeuten solle, mufsten sich die Menschen verstän-digen, d. h. so oder anders sprechen; um zu verstehen,was ihr Sprachmeister ihnen sagte, mufsten sie mit ihmeine gemeinschaftliche Sprache haben. Darum ist dieAnsicht jenen beiden vorzuziehen, welche sagt, dieSprache habe sich gemacht, nicht etwa weil sie denWiderspruch, der in dem Wesen der Sprache liegt,vermeidet, sondern gerade weil sie ihn bestehen läfst(sich machen heifst gemacht werden und nicht gemachtwerden zugleich) und darum alle Einseitigkeiten ver-meidet. Die Lösung dieses Widerspruchs war, wie ichgezeigt habe, dafs der Mensch die Vorgefundene Sprachezu dem, was sie ist, zu seiner macht, eine Lösung, die