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Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
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Flora des Keupers.

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der Boltzia sind freilich bei uns erst einzelne Zapfenschuppen gesundenworden (Fig. 29.), dagegen sind im bunten Sandstein des benachbartenElsaßes zahlreiche beblätterte Zweige, Blüthenährcn und Frnchtzapseu ent-deckt und von Pros. Schimper in Straßbnrg in meisterhafter Weise dar-gestellt worden, so daß wir ein vollständiges Bild dieses damals sehr häu-figen und durch das ganze Triasland verbreiteten Baumes erhalten haben.Er ähnelt in der Tracht und in den gezahnten Zapfenschnppen am meistender japanischen Krvptomeric, welche man jetzt häufig bei uns in Anlagenpflanzt und die zu den größten und prachtvollsten Nadclholzbänmcn Ja­ pans gehört. Die Boltzia hatte auch dicht mit Blättern bekleidete ZweigeiFig. 30. rr.), aber viel größere männliche Blüthenähren (Fig. 30. d.) undFruchtzapfen (Fig. 30.). Da bei Basel bis jetzt erst die Zapfenschnppengefunden wurden und diese in der Form nicht völlig mit der Art desElsaßes (Fig. 30. a.) übereinstimmen, bleibt es noch zweifelhaft, ob siezusammengehören. Dagegen kommt die Form und Lappcnbildung dieserSchuppen ganz mit derjenigen der Gattung Boltzia überein, welche auchim Kcupcr von Stuttgart , Bamberg und Raibl erscheint. Nur sehr unvoll-ständig kennen wir den Widdringtonites, indem wir erst einzelne Zweigedavon erhalten haben (Fig. 31. a. I-.). Sie sind mit kleinen schuppen-förmigen, wechselständigen, vorn zugespitzten Blättchen bedeckt. Es hattediese Art wohl eine ähnliche Tracht wie der Sevibaum.

Im Schatten deS WaldeS wuchsen wohl die Farrcukränter, welche auchim Kcupcr noch die reichste Familie bilden und großcntheils in denselbenGattungen, aber anderen Arten erscheinen als im Stcinkohlcnland. Dahaben wir einen feinblättrigcn Kcilfarrn (Sxllenoxtoris Roessertisna StliA.Taf. II. Fig. D), einen Nervenfarrn mit sehr scharf ausgeprägtem Netzwerk(Xeuroiworis liutime^orl Ilr. Taf. II. Fig. 6.) und vier Arten von Kamm-wedel. Die häufigste Art ist die I'ecoxtoris Llsrisul Lr., welche in Prat-telen in vortrefflich erhaltenen, zum Theil fruchttragenden Blättern (Taf. II.Fig. 3.) entdeckt werben ist. Sie hatte doppelt zusammengesetzte Blätter mitlänglichen, am Grunde freien (Taf. II. Fig. 3.) oder verbundenen (Taf. II.Fig. 2.) Ficderchen, bei denen zahlreiche gablig getheilte Seitennerven voneinem Mittclucrv entspringen. Die Fruchthäufchen sitzen in zwei Zeilen aufjedem Ficderchen und jedes besteht aus vier, verhältnißmäßig großen Kap-seln (diese vergrößert Taf. II. Fig. 3. b.). Nach dieser Fruchtbildung gehörtdie Art in die Gruppe der Glcichcniacecn. Ihr ähnlich ist die ^eeoptorisoriAustg. Hr. (Taf. II. Fig. 8.) mit langen, schmalen Blattfedern, die amRande mehr oder weniger tief eingeschnitten und von zierlichen Aderndurchzogen sind. Biel größere und sehr scharf geschnittene Blattlappcn zeigt