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Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
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Verbreitung der TriaS.

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fcssor Rütimcyer hatte für dieses Thier, das eine kolossale Größe gehabthaben muß, schon früher den Namen KressHosaurus inZsns vorgeschlagen.

Der Keuper des Kantons Basel wie des Paßwang (Kanton Solo-thnrn) und der Stafelegg muß, wie die so schön erhaltenen Pflanzen-abdrücke beweisen, eine Süßwasscrformation sein; weiter südlich lag aberdas Meer, das uns in der Schambelen Kanton Aargan begegnet. Wirfinden da in einem gclblich-granen, schicsrigen Dolomit die Zähne einesMcerfisches (von Leratollus K-uipü ^§.) und eine Menge von Scbaaleneines kleines Krustenthieres (der Rsttieria minuta ^tb. sp. Taf. III. Fig. 11),welches man früher für ein Weichthicr gehalten und Pofidonomya genannthatte. ES habe» diese Thierchen einen zweischaligen Panzer, welcher dieweichern Theile eng umschließt und anS dem die dünnen, zarten Beinehervortreten, die freilich bis jetzt erst bei einem Exemplar gesehen wurden.Man findet eine Art »och in der jetzigen Schöpfung und im Meere lebend,während die nahe verwandten Limnadien im Süß- und Brackwasser Hansen.Da in der Schambelen in höhern Schichten des Lias und in den Opalinus-Thonen Eftherien massenhaft mit Mceresthieren vorkommen (die L. Lroimiiund L. opLlina) ist es wahrscheinlich, daß auch die L. minut«. im seichtenMeere und Brackwasser gelebt hat. Bei derselben finden wir in der Scham-belcn in Menge eine Muschel (die Imoina Romain ^Ib.), bei der häufigbeide Schalen noch verbunden sind. Diese Thiere dürften für diese Gegendeine Küftenbildung mit Brackwasser andeuten. Ueber dem mit Estherienund Lucinen erfüllten Lager haben wir eine dünne Felsschicht, welcheganze Haufen von Bactrvllien (Laotr^Ilium crumlicuMtum Ilr. Taf. III.Fig. 9, lOmal vergrößert) enthält. Es sind dieß noch räthselhaste platte,stäbchensörmige und von einer oder zwei LängSfnrchcn durchzogene Kör-perchcn, welche wahrscheinlich zu den Stückelalgen (Diatomaceen) gehören.Sie haben eine Länge von 1 bis 2^ Linie bei einer Breite von '/, bis>/z Linie, während die lebenden Tiatomacceu mikroskopisch klein sind. Siesind inwendig hohl (Taf. III. Fig. 9. p.), haben aber eine dicke, feste Wan-dung, die an der Außenseite meist eine zierliche Streifnng zeigt.

Es hat das Triasmeer sehr wahrscheinlich das ganze jetzt von der Mo-laffe bedeckte Flachland der Schweiz eingenommen, doch sind Niederschlägtdesselben im Innern der Schweiz bis jetzt erst in der Slockhornkette auf-gefunden worden. Es ist hier eine etwa 20 Fuß mächtige, gelblich graueMergelbank, welche nach den Berstcinerungcn, die sie enthält, zur oberstenStufe des Kcupcrs gehört. Man hat sie nach einer in derselben allgemeinverbreiteten Muschel (der vLvimll». coutorta Ro,-t.) die Contorta-Schichtoder auch nach ihrer starken Entwicklung in der Gegend von Kössen (bei