Die Flora des Festlandes.
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land aus der Wälderbildung *, welche zwischen den obersten Jura und dasBalangicn fällt, einige wichtige Pflanzettsainmluugeu entdeckt worden. Siegeben uns daher Kunde von der Flora jener Uebergangszeit vom Jura zurKreide, in welcher die Festlandbildnng Eurova's die größte Ausdehnungerlangt hatte, während die oben genannten Fundorte uns die jüngere Kreide-flora vorführen. Dieß macht es begreiflich, warum die Wealdenflora sich näheran die deS obern weißen Jura anschließt als au die der obern Kreide, daein sehr langer Zeitraum sie von einander trennt, während welchem dieNiederschlage der verschiedenen Stufen der unteren und mittleren Kreidesich absetzten. Die Laubbäume fehlen im Wealden noch vollständig; dieWälder werden noch wie zur Jurazeit von Cycadeen und Nadelhölzern ge-bildet. Unter den erstern erblicken wir Flügelzamieu (Pterophyllum in7 Arten) und Zamites-Arten mit steifen fiebrigen Blättern, unter denletztem Lebensbä n m e (Uraltes Oeririarr DIrr. und Hr. inrbrioatus Illrr.),Widdringtoniten (W. Lui-riwirus vier. spee.), Tannen- und Föhren -"Arten. Die artenreichste Familie ist aber die der Farrnkräuter, deren Gat-tungen großcntheils mit denen deS Jura übereinstimmen. Weitaus die Mehr-zahl dieser Pflanzenformen ist der jetzigen europäischen Flora gänzlich fremd;die Föhren und Tannen bilden indessen Anknüpfungspunkte an dieselben, zuwelchen noch die Schafthalme und A r mleuchter (die Charen) kommen.Die Erstern erscheinen nämlich nicht mehr in den großen, baumartigenFormen der frühern Zeit, sondern in Arten, welche dieselbe Tracht hattenwie die Jetztlcbenden; ja eine Art bildete Wnrzelknolleu, die denen des
* Es ist dieselbe auf dem Kärtchen Fig. 98 durch punktirle Linien bezeichnet. DerWealden des südöstlichen Englands reichte wahrscheinlich über den jetzigen Kanal bis in dieGegend von Boulogne und bildete einen Landstrich von cirka 44 deutschen Meilen von Westnach Ost. Im nordwestlichen Deutschland ist er in einer Ausdehnung von etwa 36 Meilennachgewiesen; im Fürstenthum Bückeburg , Grasschaft Schaumburg. im Teutoburgenvald beiOsnabrück , bei Minden u. s. w. Es ist eine Süßwasserbildung, deren unterste und obersteSchichten aber mit Mecresnicderscblägcn wechseln. Wir sehen daher, daß zur Wealdenzeit da,wo während der Jura- und Kreidebildung Meer war, Festland sich ausbreitete, welches wahr-scheinlich das mitteleuropäische mit dem atlantischen Festland verband.
** Im Südwcst der Insel Wight liegen zahlreiche Baumstämme des Wealden an demvom Meer umspülten Ufer. Dazwischen findet man Nadelholzzapfen, von denen die Einen,nach Exemplaren, die ich dort erhalten habe, zur Gruppe der Föhren , die Andern zu derder Tannen gehören. Dunker hat von einer Tannenart (Plans I-iakli Räia. sxoe.) dieBlätter abgebildet, welche bei Duingen , am Deistcr und Osterwalde in solchen Massen vor-kommen, daß sie fast ausschließlich zur Bildung jener Flötze beitrugen. Vgl. Dunker Mono-graphie der norddeutschen Wealdenbildung, S. 19.
»** Dunker hat sie irrig für Früchte genommen und als Larxolitlres sertnar abgebildet(Taf. Vll. Fig. 3.). Sie gehören sehr wahrscheinlich zu Lgniset. Lnredsräi vkp.