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Die Zeit der Kreidebildung.
gewöhnliche» Ackerschafthalms zum Berwechseln ähnlich sehen. Mit den Charentritt zmn ersten Mal eine Pflanzenform auf, welche von nun an bis in diejetzige Schöpfung in den Gewässern eine sehr wichtige Rolle spielt. Es sinddieß gegliederte Pflanzen mit wirtelig gestellten Zweigen und ovalen oder kugel-runden Früchten, deren Gehäuse aus fünf spiralig aufgewnndenen Röhrchcn be-steht, wodurch sie eine zierliche, spiralige Streifnng erhalten. Unsere Art (ckuru.iLLLLräi Hr. Fig. 134, vergrößert) wurde von Herrn Jaccard in der Gegend
von Locke entdeckt. Sie hat ungemeinkleine, kurz ovale und an beiden En-den stumpf zugcrundete Früchte mitsechs flachen Windungen, zu welchen
iNq. l31. lNmes IsccsrcN Nr. BrenSis KantonNeu»ätel. Lanze «1,72 Mm. Breite V.SL Mm.
an jedem Ende eine kleine Win-
dung hinzukommt.
Die Thierwelt der damaligen süßen Gewässer zeigt uns bei den Mol-
lusken fast durchgehends noch jetzt lebende Gattnngen; es sind zahlreicheUnionen, Anadonten, Cyrenen, Cyclas, Planorbis, Phvsa und Pisidinm-Arten, Melanien, Paladinen und Limneen,* während die Fische und dieSaurier in ganz fremdartigen Formen erscheinen. Unter den letzter» bildetder kräuterfressende Jguanodon (I. ltlantelli) durch seine Größe (er erreichteeine Länge von 30 Fuß) und eigenthümlichen Zahnbau eines der wunder-barsten Thiere der Borwelt.
In der jünger» obern Kreide spielen die Farrnkräuter und die Gym-nospermen zwar immer noch eine hervorragende Rolle. Die erstem erscheinenmeistens in zarten Formen; wir erblicken zierliche Gleichenien, Adiauthenund schlingende Lygodien neben manchen dieser Zeit ganz eigenthümlichen
* Die Arten unseres Landes sind bislang noch nicht genauer bestimmt worden. Toguandführt die VVekclckisnn Lo<g. und klnnorbis I^orvi Oog. an; Pros. Renedicr die
Oorbut» slntu 8orv-, welche aus dem englischen Wealden sHastingsand) bekannt ist und dieUtr^sn Uristovü k'orb., welche letztere dem mittlern Purbeck angehört. Renevier ver-gleicht unsere Süßwasserbildung dem englischen Purbeck, während Pros. Marcvu sie mit demReocom verbindet und dieses für das Aeguivalent der englischen Wealdenbildung betrachtetlvgl. LidNotN. unlvers. von Genf . 1858. S. 64.). Seit aber durch A. Jaccard nachge-wiesen ist, daß unsere Süßwasserbildung fast in allen Jurathälern (so im Lal St. Inner,Val de Travers . Sie. Trost, Vallorbes, in Biet, Concise u. s. w.) vorkommt und unterdem Valangien liegt, darf sie nicht mit dem Neocom vermengt werden. Sie bildet eine eigen-thümliche Formation zwischen dem Jura und der Kreide, deren Ablagerung ganz andere Ver-bältnisse voraussetzt, als sie zur Zeit des Neocom oder Weißjura bei uns bestanden haben.Ob sie mehr mit dem englischen Wealden oder Purbeck übereinkomme, müssen weitere Unter-suchungen zeigen. Mir scheint sie zum Wealden zu gehören. Pros Desor hat für sie einenbesondern Namen sDubisien) vorgeschlagen.