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Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
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253
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Thierwelt des Nummuliten meeres . 253

von der linsenförmigen Gestalt der Schale, welche sich indessen zuweilenauch der fast kugelförmigen oder anderseits der platten und scheibenförmi-gen nähert. Die Oberfläche derselben ist häufig von feinen, strahlenförmigvon der Mitte nach der Peripherie laufenden Linien durchzogen «Fig. 1-16. d.)und sehr zart gekörnt. Inwendig erblicken wir eine Menge spiraliger Windungenmit zahlreichen in einander geschachtelten Umläufen, welche durch Querwändein Kammern abgetheilt sind. «Fig. 1T5, 1T6.) Bei den Formen, die man alsregelmäßige oder reitende Nnmmulitcn bezeichnet hat, reichen die Höhlen derKammern vom Rücken der Umläufe auf beide» Seiten bis gegen den Nabeloder die Achse der Schale; es greifen also die der je folgenden Umläufe zubeiden Seiten über die darunter liegenden weg. Schachtel» wir eine ganzeZahl in der oben erwähnten Weise zusammengestellter Uhrgläser in einanderund nehmen für sie eine solche Form an, daß sie alle eine Spirale darstellen,so bekommen wir ein Bild von der Art und Weise, wie hier die Schale ge-bildet ist. Bei einer zweiten Gruppe «den unregelmäßigen oder halbreiten-den) reiche» dagegen die Kammern nur halbwegs so weit und bei einerdritten sind sie nur auf dem Rücken des verlängerten Umganges. Jede Scheide-wand, welche je zwei Kammern trennt, besteht aus zwei sehr dünnen Plattenund zwischen denselben ist ein sehr schmaler «dem bloßen Auge unsichtbarer)Zwischenranm lJntcrscptalraum). Diese Wände sowohl als die äußere Schaleist von zahlreichen äußerst seinen Pore» durchbohrt, durch welche das i»der Schale eingeschlossene Thier wahrscheinlich seine dünnen Füßchen her-vorstreckte, so daß dasselbe durch die Jntcrseptalräume mit der Außenweltin Verbindung stand. Die Kammern bildenden Scheidewände sind von kleinenLücken durchbrochen und bilden so eine die Kammern verbindende Ocffnung,einen Sipho, welcher an der Basis des Spiralkanales verlauft. Ueber dasThier selbst hat man freilich nur Vermuthungen, da man keine lebendenNummuliten kennt. Während die Einen annehmen, daß jede Kammer ihrbesonderes Thicrchcn gehabt nnd so der Nnmmulit eine ganze Familie vonkleinen Wesen darstelle, behaupten die Andern, daß nur Ein Thier eineSchale bewohnt habe. In diesem Falle hätte es aus zahlreichen Gliedernbestanden, von denen jedes eine Kammer einnahm nnd durch den Sipho,welcher den Nahrungskanal enthalten, mit dem benachbarten in Verbindungstand. Jedenfalls scheinen diese Thiere in die Gruppe der Pvlptha-lamien zu gehören, die wir schon früher (S. 193) besprochen haben, ob-wohl sie in Größe die Arten der Kreide und der Ictztwclt weil übertreffen.Von der Gattung Nummulina sind bei uns etwa ein Dutzend Arten zuunterscheiden, von denen namentlich dl. Zlodulus I^m. (Fig. 1T7.) unendlichhäufig vorkommt. Sie begegnet uns in unserem ganzen Nummulitengcbiet