Buch 
Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
Entstehung
Seite
313
JPEG-Download
 

Najadeen. Liliengewächse.

313

Arten haben wir Blüthen »nd Früchte gesammelt, von denen zwei mitlebenden Arten unserer Flora nahe übereinkommen.

Eigentliche Wasserpflanzen sind die Najadeen, von welchen dieLaichkräuter in 7 Arten bekannt geworden. Eine lUotsmoZeton geniculstusDr.) erinnert in den schmalen, grasartigen Blattern an das kleineLaichkraut unserer Gewässer «?. pusillus), eine andere aber LrueK-Mkmni Dr.) an u. Hornoinanni. Die Inncagineen treten in einereigenthümlichen Gattung lLaharpia» auf, welche mit der in Torsmoorenlebenden Schcuchzcria zu vergleichen ist; die Hydrocharideen mit einerStratioreöartigen Pflanze und einer eigenthümlichen Froschbißart (ll)<t,o-cturris ordiculLta Ilr.j, welche durch ihre kreisrunden Blätter sich aus-zeichnet, die ohne Zweifel nach Art der Seerosenblätter auf dem Wasserschwammen.

Bon den Schwertlilien tIrideenj erhielten wir von Oeningcn voneiner Art »Iris Gellerm H,-.) einen ganze» Stock mit den Blättern und einerBlüthe, und von der Europa fremden Familie der Ananasgewächsewurde eine prächtige Art OLullmi II,.) in Lausanne entdeckt, welche

der baumartigen chilenischen Puya ähnelt. Sie hat wie diese einen Holz-stamm, der mit einem Büschel langer, stachliger Blätter versehen war. Einenicht minder fremdländische Tracht haben die großen, von zahlreichen paral-lelen Scitennerven durchzogenen Blätter einer Jngwcrartigen Pflanze s2>n-gibsriles inultivervis Ilr.i, welche in den Mergeln des Noßberges zumVorschein kam.

Unter den Liliengewächsen domiuireu die Sassapa rille»,stachelige, immergrüne Schlingsträncher mit runden, meist am Grunde herz-förmig auSgerandeten Blättern. Wir haben acht Arten beschrieben, vonwelchen eine <8milax ssAittilei-a Hr.s in der südeuropäischen 8milax asxei-s.I.., eine zweite s8m. orbieularis llr.i in der griechischen und zugleich asia-tischen 8m. exosls» 1^., eine dritte j8m. obtusLUAula Hr.) in der griechstchen8m. >v. ihre nahen Verwandten haben, während die übrigen mehr

an amerikanische Formen erinnern. Sie waren besonders in Locle lin vierArten» stark vertreten, kommen aber auch in Oeningen wie in der Gegendvon Lausanne vor. Sie lebten ohne Zweifel als Schlingsträncher im Walde,die Bäume und Sträucher mit grünen Guirlanden umziehend.

Die merkwürdigste Ordnung der Monocotpledoncn ist unstreitig dieder P almc n. Ihr meist einfacher, säulenförmiger und mit einer mächtigenBlattkrone geschmückter Stamm gibt ihnen eine so eigenthümliche Tracht,daß wir sie leicht von allen übrigen Gewächsen unterscheiden können. Dasie der warmen und heißen Zone ausschließlich angehören, bedingen sie vor-