Die Flora der Molassc.
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gehören. Sie wurden in der grauen Molasse von Lausanne und in denKnaucrsandsteinen in der Nähe von Mvrgcnthal, Kanton Bern , gefunden;in Monod und Eriz kommen aber auch Blätter vor, welche in Form und(Header mit denen der Apeiben verglichen werden können.
Eine sehr wichtige Rolle spielen in unserer Molassenslora die Ahorn-bäume, welche in zahlreicheren Arten auftreten, als jetzt in irgend einemLande der Welt. Während gegenwärtig die Schweiz »nd Deutschland zu-sammen nur 5 Arten besitzen, habe ich in meiner Tcrtiärflora 20 Artenaus der Sckweiz beschrieben, von denen <6 in den Wäldern Oeningensgelebt haben. Einige dieser Arten sind allerdings noch zweifelhaft, dochkonnte ich von 10 Arten außer den Blättern auch die nicht zu verkennen-den Früchte und von mehreren auch die Blüthen, Knospen und Zweigenachweisen und sie so in unzweifelhafter Weise feststellen. Es ist daherdieser Pflanzentypus in der Borwelt viel reicher entfaltet gewesen als inder Jetztzeit. Auch hier tritt uns wieder die auffallende Thatsache enrgcgen,daß die Hauptartcn unserer jetzigen Flora - der Berg- und Spitz-Ahorn --in der Molasse keine Repräsentanten haben und wir von den meisten undzugleich häufigsten Arten in Nordamerika die ähnlichsten Formen finden.Die wichtigste Art ist der dreilappigc Ahorn l^esi- krtlolmtum Stttg.
Fig. 190), welcher zu den Hanptwaldbäumen des ganzen Tertiärlandcsgehört. Er ist nicht nur durch alle Stufen unserer Molasse verbreitet undin Oeningcn einer der häufigsten Bäume, sondern auch in Deutschland ,Frankreich und Italien nachgewiesen. Sein Berbreitungsbezirk erstreckt sichüber 18 Längen- «von Menat in der Anvcrgne bis Tokav) und 7 Breiten-grade »von Scnegaglia bis Sckwßnitz bei Breslan». Die lang gestielten,dreispaltigen Blätter erreichen eine beträchtliche Größe (wir haben Stückevon 1/2 Fnß Länge und Breite» und haben mit ungleichen, zackigen Zähnenbesetzte Lappen. Die Blüthen stehen in hängenden Dolden und sind nnSvon Oeningcn so wohl erhalten zugekommen, daß man noch die Kelch- undKroncnblättcr, Fruchtknoten und Stanbgcfässe unterscheiden kann. * ES steht
* Es stellt Fig. 190. 0. eine solche Blütbendolde dar; an dem untern Blümchen erkennenwir vier zarte Blumenblätter innerhalb des Kelches, das fünfte ist wahrscheinlich abgefallen;die zwei andern Blümchen zeigen uns den Fruchiknelen, der aus zwei Earvellarblältern be-steht. Bei einer zweiten Dolde Fig. 190. > 1 . sind die Kelch- und Blumenblätter abgefallenund der Fruchiknoten ist in seiner Entwicklung zur Frucht weiter vorgeschritten. Bei Fig.190. c. haben wir eine Dolde männlicher Blumen vor uns mit heraushängenden Staub-gefässen, deren ovale Staubbeutel sebr wohl erhalten sind. Es kommen bei diesem Baumedaher wie beim rothen Ahorn außer den Stemvelblüthen rein männliche vor. Fig. 190. n.gibt uns eine Aruchtdoltc. Die zwei Fruchtblätter sind hier zu ziemlich langen, in der