Buch 
Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
Entstehung
Seite
502
JPEG-Download
 

502

Die Schieferkohlcn von Utznach und Diirnten.

dn"glän;cnd schwarze Schuppen, welche sich bei näherer Betrachtung als dieNeste der Flügeldecken und Brust kleiner Käfer herausstellen. Sie gehörengroßenteils zu den Lanfkäferchen. Eine Art (Fig. 358) stimmt mit einemschwarzen Laufkäfer Oberem (kterostielrus nixrim P'. sx.), der in der ganzenSchweiz bis in die untern Üllpen häufig getroffen wird, während zwei andereArten* * (Onrnditss stiluvisnrrs Hr. Fig. 357 und Osruditsg eoräieollis Hr.Fig. 359) nicht auf lebende Formen zurückgeführt werden konnten. DieseLanfkäferchen hatten sich wahrscheinlich am Bachufer angesiedelt und sindwohl bei der Überschwemmung, welche den Letten den Torfmooren zuführte,zu Grunde gegangen.

Eine ganz ähnliche Schiefcrkohlenbildung wie in Utznach und Diirntentritt in Chamberp und Sonnaz in Savoien auf. Auf einem feinen Sand-lager von unbekannter Mächtigkeit findet sich ein grauer Letten mit einerKohleuschicht; auf diese folgt ein 8 Meter mächtiges Lager von Rollsteinen,das in der obern Partie durch Kalksinter zu einer festen Masse verbundenist; es ist bedeckt von einem cirka 30 Meter mächtigen Lager eingeschichteter,zum Theil gestreifter Gerölle (von Erraticum). Es zeigt dieses Lager daherfast genau dieselben Verhältnisse, wie das zu Utznach und Diirnten. Inder Schieferkohle finden wir Fichtenzapfen und Birkenholz, in dem LettenBlätter von Weiden (8n1ix einorea, T. und 8. repeus I,.?) und die Flügel-decken von Rohrkäfern (voirneis. äiseolor 0)'ll.? und v. HIonvsntliiäis I'.)und von kleinen Lanfkäferchen. ** Säugethiere sind hier noch keine zum Völ-

kerbünden, die vierte mir der fünften und die leckste mit der siebenten Diese beiden Paarehören innerhalb des von 3 und 8 gebildeten Feldes auf. Die Zwischenräume sind grobvunktirt, querrunzlig. Die Punkte sind am Grund der Decken tiefer als in der Mitte undan der Deckenspitze. Es untersckeidet sich die Art von dem 8. kineti durch geringere Größeund daß die Flügeldecken bei derselben Breite kürzer find, ferner durch die etwas andereSkulptur. Es hat der 8. ruxosus in den ersten zwei Streifen (bei der Naht) nur 13 Punkte,der 8. Dineti aber 17 bis 21, wogegen die mittlern Streifen oder vielmehr Punktreihenin der Zahl der Punkte bei beiden Arten übereinkommen. Auch find die Zwischenräumegröber runzeüg.

* Der Onrnbitss äiluvianus zeichnet sich durch den breiten, kurzen Brustschildaus, mit scharfen, Hintern Ecken; er bat eine glatte Mittellinie, am Grund jederseits einenEindruck, vorn eine Querreihe von Punkten. Die Streifen der Flügeldecken find vunktirt,die Zwischenräume platt und glatt. Er bat die Größe von 8»rz>»Ius sntvrus 8n. und dieBrust zeigt dieselbe Form, unterscheidet fich aber durch die gcrunkleten Streifen. Ich Mdin Dürnten mehrere sehr schön erhaltene Flügeldecken, Brustschilder und Kopf. Scheint zuHarpalus zu gehören. Onrsbitsu ooräioolliu hat einen herzförmigen glatten Brust-schild mit hinten stark eingeschwungenen Seiten, eine tiefe Mittellinie, am Grund jederseitseinen tiefen Eindruck. Gehört vielleicht zu Pterostichus (Argutor).

** Ich verdanke Herrn Pillet in Chambery die Zusendung dieser Gegenstände.