Pflanzen u. Thiere von den mioccnen ganz verschieden. 503
schein gekommen; wo in jener Gegend der Mammurh und Höhlenbär ge-funden wird, ist es nach Herrn Pillct immer in einer jüngeren Bildung.Sehr beachtenSwerth ist, daß auch im südwestlichen Frankreich, bei Biarritz ,von meinem Freunde Dr. Ch. Gaudin diese Schieferkohlenfvrmation entdecktworden ist. Sie enthält die Samen der ansgestorbcnen Seerose sHolopIsuraVictoria Lasx.l , des Ficberklee's und eine Haselnuß, wie auch farbigeFlügeldecken von Rohrkäfern.
Ueberblicken wir diese Pflanzen und Thiere der Schicferkohlen, so kannuns nicht cntgeben, daß sie von denjenigen der Molaffe gänzlich verschiedensind. Oeningcn ist das jüngste Glied dieser Molasse und doch theilt eskeine einzig e Art mit den Schieferkvhlen und es hat überhaupt seine Natur-welt einen ganz verschiedenen Charakter. Es liegt somit eine tiefe Kluftzwischen der Molaffe und der Schieserkohlenbildnng, welche uns durch dieBetrachtung der beiden landschaftlichen Bilder von Lausanne und Dürntenveranschaulicht wird. Dort eine subtropische Landschaft mit Baninformen,die unserem Lande gänzlich fremd sind, und hier ein Bild, das uns lauterheimische Pflanzenarten vorführt. Es hat sonach eine vollständige Um-wandlung in der organischen Natur stattgefunden und in der Schiefer-kohle tritt uns schon die jetzige Schöpfung entgegen. Obwohl sie einigeerloschene Typen enthält, steht ihre Naturwclt doch der jetzigen vielnäher als der miocenen und verkündet uns ein neues Weltalter und mitdemselben das Morgenroth der uns jetzt umgebenden Schöpfung. Es er-scheint aber nicht nur die organische Natur in einem neuen Kleide, sondernauch die Gestaltung des Bodens ist eine andere geworden und hat inigroßen Ganzen die gegenwärtige Physiognomie erhalten. Es geben unsdarüber die Lagerungsverhältniffe der Schieferkohlen entscheidende Auf-schlüsse. Wir haben früher zS. 270> erwähnt, daß die Molasse längs derAlpen gehoben worden ist, während sie im Flachland der Schweiz einehorizontale Lagerung zeigt. In Utznach sind die Sandsteine in Folge dieserHebung senkrecht aufgerichtet (vgl. Fig. 329. S. -t88>, wie man dieß beider alten Burgruine sehen kann. Aus dieser aufgerichteten Molasse ruhendie Schieferkohlenlager und die Geröllmassen in horizontaler Lagerung. Mankonnte sich davon bei dem Einschnitt, welcher beim Bau der Straße nachGauen gebildet wurde, überzeugen, indem hier die wagrechten Schichtender Schieserkohle unmittelbar auf den Köpfen der senkrecht gestellten Mo-lasse ausruhen. Es ist daher klar, daß die Aufrichtung der Molasse vorder Schieferkohlenbildung stattgefunden haben muß. Mit dieser Aufrichtungder Molasse, die wir längs des ganzen Alpenzuges verfolgen können, hängtaber die Umgestaltung unseres ganzen Gebirgslandes zusammen, wie wir