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Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
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547
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Die Thicrwclt.

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der später in diese Gegend kam, bald erliegen mußten, wohl ist dieß aberbei den kleinern Thieren, bei den Insekten der Fall. Sie zeigen uns dieselbenErscheinungen, wie die Pflanzen. In dem obern Tößthale sehen wir aufden Gebirgspflanzen, auf der Petasiteö und der AdenostpleS dieselben blauenund goldenen Chrvsomelen (Lbr. gloriose und tristis), welche in der innernSchweiz sie schmucken, im Bach kleine, dem Norden und den Alpen ange-hörende Wasierkäscrchen (Il^lli-oxorus seplentrionalis 6;-I1. und II. griseo-striLtus OeZ.j, ja am Tößstock hat sich sogar eine Käscrart (die dlvbnia.OMelibalii) angesiedelt, welche den nördlichen Gebirgen fehlt, aber überallin den Bündtner- und Urner -Alpen zu Hanse ist und unwillkürlich an diePonteljes Granite erinnert, welche einst bis in die dortige Gegend getragenwurden. Auch aus dem Zürich - und Uctlibcrg, wie auf dem Randen, findensich noch einige Reminiscenzen aus jener fernen Zeit."

Die Jnscktcnfauna unseres Landes zeigt aber noch nach einer andernSeite hin dieselben Erscheinungen wie die Pflanzenwelt. Sie theilt einenicht geringe Zahl von Arten mit dem hohen Norden, welche allen Zwischen-landen fehlen. Ich war auf's freudigste überrascht, als ich zum ersten Malauf dem Lcrnina ein niedliches Thierchen sI,Lioebiton aroticum) fand, dasin Finnland und Lappland sehr verbreitet ist, und ein anderes, eben sozierliches Käferchcn (die rrnZnl-rris) in Fetan, welches nur aus

Lappland bekannt war. Es sind dieß aber nur ein paar neue Ringe ineiner ganzen Kette von Erscheinungen, indem manche Arten in den Alpensehr gemein nnd allgemein verbreitet sind, welche erst im hohen Nordenwiederkehren.

Dieß alles sind Erscheinungen, welche nicht zweifeln lassen, daßzur diluvialen Zeit eine große Temveraturerniedrigung eintrat, in Folgedessen die Gletscher aus dem Alpenland hervorbrachen und sich über dieNiederungen verbreiteten. Es können zur Zeit allerdings erst wenige alpineund nordische Thiere und Pflanzen fossil im Diluvium nachgewiesen werden,allein die Zusammensetzung der Flora nnd Fauna unseres Landes und dernordischen Zone bestätigen die Schlüsse, welche auf die Berbreitung derAlpen -Gefteinc gegründet wurden. Sie geben uns, in Verbindung mitden früher mitgetheilten Thatsachen, die Mittel an die Hand, uns einedeutliche Vorstellung von der Physiognomie der damaligen Landschaft zuverschaffen. Das beiliegende Bild Zürich zur Glctscherzcit sucht uns

" Als solche haben wir das Vorkommen des Laradus auronitens k'., O. irroZuIarisIV, LvcliruZ rostiatus, ktorostiekus ovalis, inetaUieus, I,eptura virens, Oallicliromaalpin», ?ael>)'tL 4maeulata und I,atlirodlum alpestrs zu bezeichnen.

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