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Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
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584
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Allgemeine Betrachtungen.

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Land und Wasser. Es mußte das östliche Meer, das bis in unser Landreichte, einen erwärmenden Einfluß ausüben, um so mehr, da es durch dasrothe Meer, vielleicht auch durch den persischen Meerbusen, mit dem indi-schen Ocean in Verbindung stand. Es mußte von diesem tropischen Meereeine Strömung warmen Wassers, ähnlich wie wir sie jetzt im atlantischen Ocean im Golfstrom haben, nach den nördlichen Meeren gehen und seineGewässer erwärmen und durch die breiten Meerarme, die in das Herz Enropa'seindrangen, einen mächtigen Einfluß aus die Tcmperaturverhältnisse des um-gebenden Festlandes ausüben. Es mußte namentlich die Wintcrtemperainrsehr erhöhen, daher das Klima ein mehr inselartiges, mehr gleichmäßigeswird gewesen sein. Das feuchte Klima findet in dieser Lage des Landesgenügende Erklärung, indem die umgebenden Meere nothwendig ein solcheserzcngen mußten und das, wenn auch noch niedrige, doch immerhin vor-handene Gebirgsland mußte wesentlich dazu beitragen, die aus dem Meereaufsteigenden Dämpfe zn kondensiren und in Siegen zu verwandeln. DerGolfstrom, dessen im tropischen Amerika erwärmte Gewässer West-Europa berühren, erhöhen in Westsrankreich (in der Breite von la Rochelle ) dieJahrestemperatur um etwa 4° C. Schreiben wir eine ähnliche Wirkung aufMitteleuropa dem miocenen indischen Golfstrom zn, erhalten wir eineTemperaturerhöhung von 4°, es bleiben daher 5 unerklärt. Ganz unerklärtbleibt aber ferner die von uns früher fS. 48 lf erwähnte höhere Temveraturvon Island, Grönland und Nordamerika , da die Einwirkung eines asiatischenGolsstromes nicht nach jenen Gegenden reichen konnte. Obwohl daher un-zweifelhaft die nachweisbare andere Bcrtheilung von Land und Meer einenerwärmenden Einfluß auf das miocene Klima Mitteleuropas gehabt habenmuß, muß doch noch eine andere allgemeinere, wie eS scheint die ganze nörd-liche Hemisphäre influirende Wärmequelle dagewesen sein. Wir haben dahernachzusehen, ob ans anderweitigen Verhältnissen unseres Tertiärlandes einesolche nachgewiesen werden könne. Wir haben früher die Vermuthung aus-gesprochen sS. 280), daß zur Tertiärzeit ein großer Kontinent Europa mitAmerika verbunden habe; wenn dieß der Fall, müßte er mit in Rechnunggebracht werden. Es gründet sich diese Vermuthung auf die merkwürdige,von uns früher wiederholt besprochene Thatsache sS. 346, 350, 364, 406,409), daß viele Pflanzen und Thiere dcS miocenen Europa in Amerika ihre ähnlichsten, homologen Vettern haben, wodurch unsere miocene Natureine amerikanische Färbung* erhält. Dieß in Verbindung mit zahlreichen

* Es kommt bei dieser Frage besonders aus die homologen Arten an, viel wenigeraus die Gattungen, was Pros. ^lioer in seiner Abhandlung: tkis .^tlantia Ilvpotliesis inits UotLnIcLt nsxect, nnturUist. revis^v, 1862, übersehen hat. Er läßt mit Asa Gray