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Die Bereitung und Verarbeitung des Stahls : ein unentbehrliches Handbuch für Eisen- und Stahlbeiter jedes Faches / nach dem englischen Werke des Ingenieurs Overmann deutsch bearbeitet von Carl Hartmann
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143
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mer geschehen müssen. Immer ist die Walzarbeit dem Schmie-den unter dem Hammer vorzuziehen.

9. Die gegossenen Stahlbarren zeigten eine völlige Gleich-artigkeit, die sich auch bei allen Güssen durch das Ausstreckender Barren bewährte. Die Barren wurden zuerst zu einemetwa 4 Fuß langen Quadratstabe ausgestreckt und dieser dann,nach abermaligem Anwärmen, in die begehrte Fapon gebracht.Der Stahl gestattet das Ausstrecken zu den feinsten Stahl-blechen, ohne Kantenrisse zu erhalten.

10. Selbst bei der Bereitung des weichen Stahls, beiwelchem die Tiegel mit 25 Pfd. Stab- und 2 Pfd. Spiegel-roheisen besetzt wurden, erfolgte, bei starker Schmelzhitze, nocheine vollständige Auflösung des Stabeiscns und ein gleicharti-ger Guß, obgleich der erhaltene Gußstahl, nach der Berech-nung, kaum mehr als 0,6 Procent Kohle enthalten konnte.Den vorzüglichsten, härtesten und festesten Stahl gaben dieGüsse, bei welchen der Kohlegehalt des Gußstahls zu 1,5 bis1,6 Proccnt berechnet ward. Dazu wurden 24 oder auch25 Pfd. Stabeisen mit 8 Pfd. Spiegelroheisen in die Tiegeleingetragen.

11. Wesentlich abweichend von dem rasfinirten Rohstahl,läßt sich der Gußstahl, selbst der weichste, dessen Kohlegehaltnicht über 0,6 Proccnt beträgt, nur sehr schwer schweißen.Bei einem etwas höhern Kohlegehalt kann die Schweißungnur unter einer Decke von Borax erfolgen. Bei einem Kohle-gehalt von 1,25 Procent hörte die Schweißbarkeit gänzlich auf.Wenn dieß Verhalten auf der einen Seite die Gleichartigkeitdes durch die Schmelzung erhaltenen Gußstahls bestätigt, soist diese Eigenschaft desselben doch eine mangelhafte, welche erindeß nnt dem englischen Gußstahl theilt, obgleich dieser eineetwas größere Schweißbarkeit besitzt.

12. Der Gußstahl verträgt nur eine geringe Härtehitzeund erlangt beim Härten einen sehr hohen Grad von Härte,jedoch auf Unkosten seiner Fertigkeit. Die richtige Behandlungdesselben beim Härten würde noch zu ermitteln sein.