206
punkte man kannte. Allein, da zum Härten des Stahles ver-schiedene Grade der Glühhitze erforderlich sind, so müßte mannur schwcrschmelzl'arcs Metall wählen; und da es kein einzi-ges Metall giebt, dessen Schmelzpunkte dem zum Härten er-forderlichen Hitzegrade nahe liegen, so müßte man entwederdem Metalle selbst eine stärkere Hitze mittheilen, wofür manwieder kein zuverlässiges, viel weniger praktisches Maaß hat,oder man müßte Metallgemenge versuchen, die bei dem ge-wünschten Hitzegrade flüssig werden. Allein auch hier wärewieder ein Maaß vonnöthcn, um nnö zu versichern, daß dasMetall nickt mehr Hitze erlangt habe, als zu seiner Flüssig-keit erforderlich ist; dann, daß es nicht schon durch die zumAnglichen hineingctauchten Stahlstücke zu viel Hitze verlorenhabe, um den folgenden noch die erforderlichen Hitzegrade mit-zutheilen.
Quecksilber-Thermometer können natürlich in der GlühHitze nicht mehr angewendet werden, und das beste Pyrometer,daS Danicll'sche, ist viel zu schwierig zu gebrauchen, erfordertviel zu viel Zeit zu seinen Aussagen, als daß von seiner An-wendung in der Praxis die Rede sein könnte. Dazu kommtnoch, daß die Oberfläche des glühenden Mctallbadcs sich immeroxydirt, und daß die Oxydation durch nichts verhindert wer-den kann, wodurch also ein unausgesetzter Bcrlnst von Metallentsteht; daß die zu härtenden Stahlgegenstände, vorzüglichwenn sie klein sind, auf der Oberfläche des Mctallbadcs schwim-men, daß sie also wegen der großen Hitze mit einer lange Zangegefaßt, und unter der Mctallfläche gehalten^perden müssen, bissie den gehörigen Hitzegrad erhalten habe», der an den Stellen,wo die Stangenschnäbel liegen, ein niedererer sein wird, als anden übrigen Stellen; daß ferner feine Gegenstände durch dasBemühen, sie unter die Oberfläche des Metalles zu drücken,leicht verbogen werden, und ihre Form mehr oder weniger ver-lieren.
Da es bis jetzt kein sicheres Mittel giebt, dem Stahlegerade jenen Hitzegrad zu ertheilen, der erforderlich ist, ihm