Ganz dasselbe findet auch beim Ausschmieden des Damas-cenerstahles Statt. Wir haben schon gesehen, daß ein geradesAusschmieden keinen eigentlichen Damast geben würde, undauch eine schlechte Schneide. Man schmiedet deßhalb den Stahl-stab geflammt aus, oder dreht den prismatisch oder achteckiggeschmiedeten Stahlstab in rothglühendem Zustande bald rechts,bald links, feilt die Kante ab und schmiedet das Ganze zu derverlangten Form. Aus einer solchen Schiene schmiedet mandann die zwei dünnen Lagen, zwischen welche erst die eigent-liche Stahlklinge geschweißt wird.
Daß das Schweißen mit aller Vorsicht und Umsicht vor-genommen werden muß, so daß die Schweißung an allen Thei-len vollkommen wird, ohne daß das Eisen verbrennt, verstehtsich von selbst. Der Arbeiter überzieht deßhalb immer die Garbe,so oft er sie dem Feuer aussetzt, mit einer Mengung ausStraßenkoth, Thon und Kuh- oder Pferdemist bestehend. —Später verfertigte man auch auf dieselbe Art wirklich schnei-dende Waffen, indem man Schienen aus hartem und weichem Guß-stahle zu einer Garbe verband und zwischen sie gepulvertesGußeisen mit Borax vermengt einstreute. Das Ganze wurdeso geschweißt und um Vs länger ausgestreckt, als die Klingewerden sollte. Man doublirt hierauf den Stab, windet ihnum seine Achse, wodurch die Längestreifen in Spiralen ver-wandelt werden u. s. f. Man kann nun aus dem Ganzeneine Klinge schmieden, oder man nimmt für einen Säbel zweiSchienen dieses damascirten Stahles und schweißt eine schmä-lere Platte von gutem weichen Eisen rückwärts dazwischen, sodaß diese eigentlich den Rücken bildet und der DamascenerStahl die Schneide.
Die Kunst, den gegerbten Damast zu erzeugen, hat inEuropa der Franzose Clonet, Professor der Chemie an derIngenieurschule zu Mezieres, im Jahre 1790 zuerst zur Voll-kommenheit und in ein System gebracht, nach welchem Tausendevon Klingen in Frankreich verfertigt worden sind.
Clouet empfiehlt vor Allein die größte Vorsicht in Aus-