287
eine scharfe, dauerhafte Schneide anzunehmen, und doch zugleichgenug Zähigkeit, um durch Steine und andere harte Körper,welchen ihre Schneide beim Gebrauche begegnet, keine Schartenzu bekommen. Sckönes glattes Ansehen und Heller Klangbeim Anschlagen werden als Kennzeichen der Güte betrachtet;außerdem schätzt man ein geringes Gewicht bei gehöriger Steif-heit. Beim Ansetzen der Spitze gegen einen festen Punkt mußdurch Drücken auf die Hamm die Sense sich um einige Zollkrumm biegen lassen, nachher aber völlig wieder in ihre ur-sprüngliche Gestalt zurückspringen. Durch einen kraftvollenSchlag auf einen eisernen Nagel darf die Schneide keinen Ein-druck und keine Scharte bekommen, während im Gegentheilder Nagel einen beträchtlichen Einschnitt zeigen muß.
Man unterscheidet Schleifsensen und Kl'opfsensen.Die ersteren ertragen keine andere Art der Schürfung als durchSchleif- und Wetzstein. Die Klopfsenscn dagegen bestehen auseinem so vorzüglich zähen Materiale, daß ihre Schneide durchHämmern auf einem kleinen Amboße (das sogenannte Dan-geln, Tangeln) sich dünn austreiben läßt, worauf die Schür-fung mittelst des Handwetzsteins leicht und schnell von Stattengeht; hierbei entsteht überdieß der Bortheil einer längerenDauer, weil durch das Dängeln die Breite der Klinge im-mer wieder ein wenig vermehrt wird, wogegen die Schleis-sense durch das oft wiederholte Schärfen bald zu viel an ihrerBreite verliert. Die Klopfsenscn genießen daher den entschie-densten Bortheil, und wo man Schleifsensen macht, geschiehtes nur wegen Mangels der zu ersteren erforderlichen Stahl-gattung. Zum Dängeln hat man wohl öfters eine kleine me-chanische Vorrichtung (Dängelgeschirr, Dängelstock).
Die Größe und die Gestalt der Sensen unterliegt inverschiedenen Gegenden mancherlei Abweichungen. Man giebtim Handel ihre Länge nach Zoll an, oder nach Spannen odernach Handbreiten: die Hand (Faust) zu 4 Zoll, die Span-n e zu zwei Handbreiten oder etwa 8 Zoll gerechnet. Die größ-ten Sensen sind lOhändig (16 Faust oder etwa 8 Spannen