Buch 
Die Bereitung und Verarbeitung des Stahls : ein unentbehrliches Handbuch für Eisen- und Stahlbeiter jedes Faches / nach dem englischen Werke des Ingenieurs Overmann deutsch bearbeitet von Carl Hartmann
Entstehung
Seite
292
JPEG-Download
 

292

und zwar in zwei auf einander folgenden Operationen, welcheman das Einschlagen und Aushacken nennt. Beim Ein-schlagen wird nur die Stelle des Oehrs vorgezeichnet, indemman die Nadel mit dem platten Ende auf einen spitzen stäh-lernen Stift legt und einen leichten Schlag mit dem Hammergiebt. Zu beiden Seiten dieses Stiftes befinden sich Wider-lagen, welche genau die Mitte der Nadel auf die Spitze hin-weisen. In anderen Fabriken geschieht das Einschlagen miteiner in der Hand gehaltenen kleinen Punze auf einen, klei-nen Amboße, und zwar von beiden Seiten der Nadel. ZumAushacken dient ein kleiner Durchschlag von der Gestalt desOehres. Man legt die Nadel zuerst auf Blei, und schlägtmit einem Hammerstreiche das Loch durch, wobei das entspre-chende kleine Stückchen der Nadel im Blei sitzen bleibt; dannwird auf einem flachen stählernen Stocke oder Amboße die nochauf dem Durchschlage steckende Nadel von jeder Seite des OehrSeinmal mit dem Hammer geschlagen, um das Oehr völlig aus-zubilden. Runde Oehre werden nicht immer durchgeschlagen,sondern oft mittelst einer kleinen Nennspindel gebohrt. NachVollendung des Oehrs wird die Nadel am Kopfende ge-schweißt, d. h. während man sie in einer Schiebzange hältund an ein auf dem Werktische befestigtes Feilholz stützt, miteiner kleinen und feinen Feile zugerundet, wobei zugleich aufjeder Seite die von, Oehr auskaufende Kerbe eingefeilt wird,welche bekanntlich dazu dient, das Einfädeln zu erleichtern.

Um diese Kerbe hervorzubringen, bedient man sich jedochvortheilhafter einer Maschine, welche aus einem kleinen Fall-werke von ähnlicher Einrichtung wie die zum Anköpfen derStecknadeln gebräuchliche Wippe besteht. Die Vorrichtung ent-hält zwei stählerne Stempel, deren jeder mittelst einer auf ihmbefindlichen Hervorragung, die Kerbe auf einer Seite der Na-del eindrückt. Auf einen einzigen Schlag des herabfallendenOberstempelS ist nicht nur die Nadel auf beiden Seiten ge-kerbt, sondern auch das Kopfende derselben gehörig abgerundet.Zu L'Aigle in Frankreich wird ein kleines Stoßwerk angewen-