293
det, sowohl um die Kerben hervorzubringen als die Oehredurchzustoßen. Für den erstern Zweck wird die Nadel in derMaschine auf eine Art kleinen stumpfen Meißels gelegt, undempfängt von oben her, durch die Wirkung der Schraube, denEindruck eines zweiten, gleichen Meißels; wobei sie durch zweiSeitenbacken an der richtigen Stelle erhalten und abzugleitenverhindert wird. Zur Bildung des Oehrs kommen die schongekerbten und nachher ausgeglühten Nadeln ein zweites Malin die Maschine, wo man jetzt an die Stelle des obern Meißelseinen kleinen Drücker oder Stempel, und statt dcS untern Meißelseine geeignete Unterlage anbringt, so daß das Ganze als Durch-schnitt wirkt. — Um das Innere der Oehre von aller Rauhig-keit zu befreien, kann man, nach einer neuern englischen Er-findung, die Nadeln in großer Anzahl auf dünne Stahldrähtefädeln (welche allenfalls mit der Feile rauh gemacht sind, auchwohl mit etwas Oel und feinem Schmirgel versehen werden),und darauf durch einfache Maschinerie in rasche schwingendeBewegung setzen, mittelst welcher das Ausschlcifen erfolgt. —Gewisse Sorten sehr sorgfältig gearbeiteter Nadeln werden inden Aachener u. a. Fabriken mit einer eigenthümlichen Ein-kerbung bezeichnet, welche sich unweit des Oehrs befindet undder Gestalt eines V nicht unähnlich ist (H grec-Nadeln).Zu diesem Behufe nimmt ein Arbeiter 15 bis 20 Nadelnfächerartig in die Hand (wie beim Pflöcken), legt eine nachder andern auf ein stählernes, mit der V förmigen Erhabenheitversehenes Stückchen und giebt einen einzigen Hammerschlag.Da hierdurch die Nadeln etwas verbogen werden, so richtetman sie durch Rollen auf einer flachen eisernen Platte miteinem eisernen Lineale wieder gerade.
Nach der eben beschriebenen Operation, so wie nach derVerfertigung des Oehrs u. s. w. werden die Nadeln einzelnund unordentlich in eine Art blecherner Schachtel geworfen.Um sie für die nachfolgende Behandlung zu ordnen, d. h.gerade und parallel zu legen, bedient man sich eines einfachenund schnell wirksamen Verfahrens (Zusammenstoßen ge-