298
bietet sie dem Steine auf die schon oben beschriebene Weisedar. Der äußerst feine Schleifstrich, welcher hierbei an denSpitzen entsteht, geht nach der Länge der Nadeln und unter-scheidet sich dadurch sichtbar von der Politur der übrigen Theile,welche über den Umkreis, rechtwinkelig gegen die Achse, statt-gefunden hat. Der erwähnte Schleifstein, ein dichter quarzigerGlimmerschiefer (der natürlich trocken gebraucht wird), ist ineinigen Fabriken cylindrisch, 5 Zoll lang und 1'/, Zoll imDurchmesser dick. An anderen Orten (z. B. in den AachenerFabriken) giebt man dem Steine eine vierseitige prismatischeGestalt; und man macht ihn 3^ bis 4 Zoll lang, bei V 2 Zollbis l'/i Zoll Seite des Quadrats, je nach der verschiedenenGröße der Nadeln. Die vier Kanten streichen oder schlagenschnell nach einander die Nadeln, und bringen somit einenähnlichen Erfolg hervor, wie eine Feile, mit der man ein Me-tallstück der Länge nach abzieht.
Gute Nähnadeln müssen vollkommen gerade sein, sichschlank zu einer scharfen, genau in der Achse liegenden Spitzeverjüngen,, eine feine Politur besitzen, im Oehre nicht rauh oderscharf sein, und weder sich biegen noch gar zu leicht brechen.
Man unterscheidet im Handel viele Sorten von Nadeln,deren Unterschiede theils in der Länge und Dicke, theils inder Gestalt der Oehre (rundöhrige, kurzöhrige undlangöhrige Nadeln), theils in der mehr oder weniger feinenPolitur u. s. w. liegen. Die englischen Nähnadeln zerfallen indrei Gattungen, welche sich durch ein verschiedenes Verhältnißder Dicke zur Länge von einander unterscheiden. Man nenntsie lange oder dünne, halblange oder halb dicke undkurze oder dicke. Die dritte Gattung kommt in zehn Sortenvor, die ersten beiden in zwölf Sorten, wobei durchgehendsdie höchste Nummer die feinste Sorte anzeigt. — BesondereArten sind: die Stopfnadeln, l'/r bis 3'/- Zoll lang,mit sehr langen Oehren; die Tapetnadeln, 1^ bis 1 ^/. Zolllang, mit Oehren von V- Zoll Länge; Packnadeln, 2'/, Zollbis 3 Zoll, an der Spitze dreischneidig; zweiöhrige und