Fünfzehnter Brief.
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liehe Verbindung desselben mit einem Gedanken gefallenzu lassen, seine Intelligenz flexibel gemacht für höhereAufgaben, sie ist wirklich, wenn ein hübscher franzö-sischer Ausdruck erlaubt ist, bien rompue, und zu diesemrompre dient die Übung des Gedächtnisses. Im Lernenlernt der Mensch auch, sich gefallen zu lassen, was ein-mal, ohne dafs ein Sinn und Verstand darin zu finden,s o i s t. Es giebt eine Weichlichkeit und Energielosigkeitder Intelligenz, welche nicht vermag sich zu koncentrieren,wo der Gegenstand nicht anziehend ist; diese hat meistensihren Grund darin, dafs dem Kinde, um ihm das mecha-nische Lernen zu ersparen, alles zu interessant gemachtwurde. Dergleichen rächt sich in späterer Zeit. LassenSie mich an jene Vorschrift aus meinen Schreibestunden*)parodierend erinnern: das Denken mufs in der Jugendgebrochen werden, sonst bricht im Alter der Geist. Wiemancher hat in späterer Zeit an innerer Leere gelitten,weil er in der Jugend nicht auswendig gelernt hatte,ist unfähig zum Denken geblieben, weil man ihn zum Denkermachen wollte zu einer Zeit, wo er blofser Nach-Denkersein sollte. Dies ist nun der Grund, warum ich nichtdafür sein kann, dafs man dem Gedächtnis der Kinderdurch mnemonische Kunststücke zu Hülfe komme.Soweit nämlich diese darauf beruhen, an die Stelle desGedächtnisses die Einbildungskraft treten zu lassen (z. B.indem man sich das Blatt vorstellt, worauf das auswendigGelernte geschrieben ist), soweit gewöhnen sie gerade ab,sich als Gedächtnis zu verhalten und schwächen es eher,als sie es stärken. Weniger gefährlich ist gewifs, dafsman durch Rhythmus, Reim u. s. w. dem Gedächtnis zuHülfe kommt, wie das in den Versehen geschieht, welchegrammatische Regeln enthalten. Allein auch hierin sollte
: ) Zwölfter Brief pag. 298.