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Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
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Flora des bunten Sandsteins.

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es sind diese von zahlreichen feine» Längsnerven durchzogen (Taf. II.Fig. 10.) und durch Qncradern so verbunden (Taf. II. Fig. 10. b.), daßein zierliches Gittcrwerk entsteht. Die Sclcrophyllina (Lob lbroata, Ilr.Taf. II. Fig. 9.) aber besitzt steife, schmale, in eine Gabel sich spaltendeBlätter, die von zwei Streifen durchzogen sind.

Den hier geschilderten Begctationscharaktcr, wie er den Pflanzen desKantons Basel entnommen ist, finde» wir über daS ganze Kenperland ver-breitet; wir sehen großcnthcilö dieselben Arten in Württemberg und imnördlichen Bayern , und selbst in Amerika (bei Richmvnd in Birginien undin Nvrdkarolina) begegnen uns dieselben Gattungen, ja selbst einige über-einstimmende Arten, so daß in diesem ganzen Weltaltcr wohl alles vor-handene Festland von einer ähnlichen Vegetation bekleidet war.

So sah die Pflanzenwelt anS, als die Kenpcrsandsteine und Mergeldes Kantons Basel abgelagert wurde», sehr wahrscheinlich aber auch so zurZeit, als das Salz und der Muschelkalk dieser Gegend im Grunde desMeeres und an der seichten Küste abgesetzt wurden. Der Muschelkalk frei-lich schließt so wenig als die Salzlagcr Landpflanzcn ein, eben weil sie imMeere sich gebildet haben; allein der darunter liegende bunte Sand-stein zeigt uns eine Flora, welche wesentlich denselben Charakter hat wiedie des Kenpers und uns daher nicht zweifeln läßt, daß auch die Küstendes SalzmccreS von einer solchen bekleidet waren. Aus Schwcizcrbodcn istfreilich zur Zeit im bunten Sandstein erst eine einzige Pflanzcnart (derenlüinitos Lebimperi Ltt.) bei Rheinfcldcn gefunden worden, um so mehrdagegen im nahen Elsaß , namentlich in der Gegend von Sulz. Wir habenschon früher der Voltzien erwähnt, welche dort häufig sind; aber auch derRicsenschafthalm, der Schimpersche Calamit, die Aethophvllcn und daöSchlitzblattkrant waren da zn Hanse. Ihnen sind aber mehrere eigenthüm-liche Farrnkränter (so die baumartige, großblättrige Anomvptcris), ein paarSagvbänme (/5üiuitos vogosiaous Lob. und d^ilssouirr IlogLicki Lob.) undeinige lebhaft an die Kami- oder Dammarharzbänme erinnernde Nadel-hölzer (die Albcrtien) beigesellt. Letztere haben bei Sulz mit den Voltzien zu-sammen, wie es scheint, den Hanptbestandtheil der Waldung gebildet undtreten uns mit vier Arten entgegen (^Ibortia IMikoba Lob., rL. sxoolosa Lob.,olbptioa. Lob. und Ilrauvil Lob.). Sie stehen der Gattung Dammarasehr nahe; sie haben ebenfalls breite, von zarten Längsncrvcn durchzogeneBlätter, welche in großer Zahl die langen Zweige bedecken; die länglichenFruchtzapfen bestehen auch aus lederartigen Schuppen, von denen jede einenumgewendeten, mit einem Flügelrand versehenen Samen tragt Sie bildetensehr wahrscheinlich ähnliche prachtvolle Bäume wie die Dammarcn, von denen