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Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
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459
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Oeningen.

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meisten waren aber ohne Zweifel in jener Zeit anch über unser Land ver-breitet, sind uns aber da nicht erhalten worden. Dasselbe gilt von denThieren, von denen namentlich die zart gebauten Insekten und Spinnen Hin-unter ganz besonders günstigen Verhältnissen, wie sie an wenigen Punktender Erde zusammentreffen, versteinert worden sind. Betrachten wir daherdie Pflanzen und Thiere, die aus diesen Felsen hervorgegangen sind, sowird der reiche Pflanzenteppich, welcher einst diese Gegend geschmückt,und die mannigfaltige Thierwclt, welche das Gewässer, Wald und Flurmit Leben erfüllt hat, vor nnseri» geistigen Auge sich entfalten und unsdamit zugleich einen Blick in die wunderbare Naturwelt dieses Weltaltcrsgestatten.

Dieser zeigt uns ein ganz anderes Bild als die Landschaft, welchegegenwärtig dort sich vor uns ausbreitet. Besteigen wir von den Stein-brüchen Oeningens die Höhe des Schiencrberges, so liegt diese in weiterRundsicht vor uns und weist uns das Pflanzenkleid, welches die Jetztzeitüber ein weites Gelände gewoben hat. Wir lassen u»S auf den Ruinen deralten Schrotzbnrg nieder und schauen von unserer waldigen Anhöhe hinüberin das fruchtbare Hügelland des Thurgau's, wo Wein- und Obstgärtenmit Wiesen- und Ackerland wechseln, schauen hinaus auf den blauen Spiegeldes schwäbischen Meeres, das im Süden von hohen Bergen umkränzt ist;> nach Norden gewendet schweift unser Auge über eine weite, von sanftenWellenlinien durchzogene Fläche, aus welcher die vulkanischen Kegel desHöhgaues sich erheben. Es ist das schöne Bild einer reichen, durch denmenschlichen Knnstfleiß veredelte» Lcbenswelt, welches sich vor uns ausbreitet.Der Boden aber, aus dem wir stehen, schließt eine noch viel reichere Weltder Vorzeit ein, in die uns hineinzublicken vergönnt ist. Als ich einst aneinem schönen Sommerabend auf den Trümmern der Schrotzbnrg sitzendmich in diese uralte Zeit versenkte, stieg sie in bunten Bilder» aus demSchooß der Erde auf und schwebte an meiner Phantasie vorüber. Es seimir gestattet, diese Träumereien, welche sich an die in Oeningen entdecktenPflanzen und Thiere anknüpfen, hier mitzutheilen.

In des Hades stillen Malten,

In des Orcns dunkler NachtFinden sich nur Todesschatten,

Welchen nie die Sonne lacht!

Dieses Land ist ganz verschlossenUnserem beschränkten Blick,

Was vom schwarzen Stvr umflosscnKömmt niemals zu uns zurück.