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Allgemeine Betrachtungen.
Nummulitenkalk besteht, auf welchen die Jura- und Krcidcformationen inregelmäßiger und zum Theil horizontaler Lagerung folgen.
Diese Hebungen und Senkungen haben nicht nur auf die Bildungdes ganzen Reliefs des Landes den größten Einfluß ausgeübt, sondern auchauf seine Wasserbcdeckung. Es ist dieß schon insofern der Fall, als die Rich-tung der abfließenden Gewässer und ihre Ansammlung zu See'n dadurchbedingt wurde. Es hängt aber auch die Bcrtheilung von Land und Wasserim großen Ganzen davon ab. Wie das Land über das Niveau des Meeresgehoben wurde, mußte letzteres verschwinden, aber wieder erscheinen, wie esunter dasselbe hcrabsank. Diese Bcrthcilung von Meer und Festland in denverschiedenen Erdcpvchen haben wir früher wiederholt besprochen und fürdie mittlere Jurazeit (S. 161. Fig. 97), die Kreide «S. 168. Fig. 98)und die helvetische Stufe der Molasse (S. 278. Fig. 15ck) auch bildlichzu veranschaulichen gesucht. Eine Bergleichung des dort Gesagten wird unseine Vorstellung geben, wie sich allmählig diese Verhältnisse gestaltet habenund wie das aus dem Meere entstandene Festland der Schweiz nach undnach entstanden ist. Dabei mochte ich noch darauf hinweisen, daß wahr-scheinlich in sehr früher Zeit zwischen der Insel dcS Schwarzwaldes und derder Anthrazitschicfer (der Steinkohlcninsel) eine starke Depression des Bodensstattfand und daß diese in der Richtung vom Jura gegen die jetzigen Alpenhin zunahm, und demnach auf der südlichen Seite ihr Marimum er-reichte. Als daher das Land gehoben wurde, wird längs des Jura früherScichtwasscr und Festland entstanden sein als längs der Alpen. Hier bliebein Mecrstrcifen noch zur Uebergangszcit vom Jura zur Kreide wie zureocenen Zeit, während damals der Jurazug trocken gelegt wurde. Sehrbeachtenswerth ist aber, daß das helvetische miocene Meer nicht in dasGebiet der Alpen eingriff, wohl aber in das des Jura und in Lachaur-desonds und Locle Niederschlüge zurückließ. Es muß daher in den Alpen nach der Bildung des Flysches das Land mehr gehoben worden sein alsim Jura, indem zur Zeit, als das helvetische Meer die Niederungen be-deckte, dort die eocenen Gebilde über, im Jura unter Wasser standen,und doch hatten sich erstere im Meer, letztere in süßem Wasser gebildet.Es zeigen uns diese Verhältnisse zugleich, daß wir diese Erscheinungen nichtdurch Annahme eines Wachsens und Sinkens des Meerspiegels erklärenkönnen, sondern durch Hebung des Landes, da Jura und Alpen so ver-schieden zu demselben sich verhalten.
Zu Ausmittlung der Zeiten, während welcher Hebungenoder Senkungen in unsern Gebirgsmassen vor sich gingen,haben wir das gegenseitige Verhalten der Fclslager zu berathen. Da bei