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Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
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Allgemeine Betrachtungen.

bildung. Dann tritt aber wieder eine Senkung des BodenS ein; schon inder Balangicn-Stnfe dringt wieder das Meer in die südwestliche Schweifein und breitet sich, Wohl in Folge fortgehender Bodensenkung, allmähligimmer weiter aus, sein Marimnm znr mittlern Kreidezeit erreichend. ZurZeit der obern Krcidebildnng beginnt aber das Land wieder zu steigen, esverschwindet das Meer aus dem Gebiet des Jura und dieser ist währendder ganzen eoccnen Zeit in Festland verwandelt (siehe S. 256 u. f.l. DieseHebung setzt sich fort bis an's linde der agnitanischen Stufe der miocenenZeit, indem das Meer auch aus dem Gebiete der Alpen verschwindet undnur einzelne Lagunen zurückbleibe», die dann in Süßwaffersee'n sich ver-wandeln, so daß zur Zeit, als die Hebung ihr Marimnm erreichte, znmersten Mal daS Meer aus unserem Lande gänzlich verdrängt wurde. Währenddieser so lange dauernden Hcbnngszeit mußte nach der Ablagerung der Nnm-mulitengestcine und des Flyschcs i» der Richtung der Alpen noch eine partielleHebung stattgefunden haben, wodurch das ganze Gebiet der Alpen für immerdem Einfluß des Meeres entrückt wurde. Anderseits muß aber während dertongrische» Zeit in der nordwestlichen Schweiz eine Senkung eingetretensein, in Folge deren das Tongcr-Mcer bis Basel , Pruntrnt und Dclsbergvordrang.

Eine kontinentale Senkung aber begann zur Zeit der Bildung dergrauen Molasse und erreichte ihr Marimnm während der helvetischen Stufe,wodurch die Niederungen unseres Landes anf's Neue vom Meere bedecktwurden. Aus sie folgte wieder eine kontinentale Hebung, so daß zur Zeitder obern Braunkvhlensormation oder der Ocuinger-Stuse alles Land überdem Mccresniveau lag, wobei sich freilich auch die in's Meer geschwemmtenSand- und Steinmassen bctheiligt haben werden. Die letzte Hebung fanderst später statt, nachdem die sämmtlichen Glieder unserer Molasse sich abge-lagert hatten. Es ist diese Hebung die wichtigste von allen, indem sie unseremLande seine jetzige Gestalt gab. Da die im Tiefland der Schweiz horizontalgelagerte Molasse in der Nähe der Aloen aufgerichtet und längs der ganzenAlpcnkctte nicht nur dachförmig gehoben" (siehe S. 271), sondern anfgroßeStrecken sogar von ältern Gcbirgslagcrn, welche über sie geschoben wurden,überdeckt ist, können wir nicht zweifeln, daß die Hebung der Alpcnkctte erstnach der Ablagerung der Molasse eintrat. Da sie zur Zeit der Schicfcrkvhlcn-

* ES ist auf der geologischen IleberfiLlSkarte die Richtung dieser antiklinalen Linie,welche vom Rheinihal bis nach (Senf verfolgt werden kann, angegeben. In der östlichenSchweiz find in derselben sogar zwei galten wahrzunehmen, daher hier zwei Wellen gebildet,aber nahe zusammengeschoben worden sind.