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Die Urwelt der Schweiz / von Oswald Heer
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Wirkung der Erosion.

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unseres Planeten von einander trennen. Jetzt aber sind diese uns unbekannt,und wenn man von taufenden und zehntauscndcn von Jahr-Millionen spricht,die einzelne Naturprocesse erfordert haben sollen, so bedenkt man nicht, daßdiese Zahlen in so maßloser Form angewendet, uns ebenso unfaßbar sind,als die Naturerscheinungen, die sie uns erklären sollen.

2. Wirkung des Wassers.

Durch die anS dem Innern der Erde ausgehenden, aber durch die Be-schaffenheit der fcstgewordenen Hülle vielfach modificirten Bewegung sindzunächst die Runzel» entstanden, welche wir als Berge und Thäler bezeichnen.An ihrer weiter» Ausbildung haben aber die Gewässer einen sehr wesent-lichen Antheil. Wenn wir im Sommer über einen großen Gletscher gehen,werden wir an den weniger geneigten Stellen nicht selten ein ganzes Systemvon kleinen Hügeln und Thälern sehen, welches durch das über die Eisflächefließende Wasser gebildet worden ist. Es gibt uns dieß eine ganz guteVorstellung von dem Borgange, der stattfinden muß, wenn ein Fluß sichüber eine geneigte Fläche seine Bahn bricht. Seine Wirkung wird durchden Neigungsgrad der Fläche und die Wassermasse bedingt sein. Uebcrallwo Festland entsteht, wird auch diese Thätigkeit der Gewässer beginnen,daher sie ohne Zweifel während allen Erdpcrioden sich an der Bildungunseres Landes bethätigt hat. In den frühern Weltaltern, als das Meerseine Wellen an das Ufer warf, wird auch dieses fortwährend an derKüstenbildung gearbeitet haben, an der Bildung der jetzigen Gestalt unsersLandes haben sich aber voraus die Gewässer der pliocenen und diluvialenZeit bctheiligt.

Ein Blick auf die Karte zeigt uns, daß die durch die Hebung derAlpen entstandenen Bergketten und Längenthäler der Richtung von Süd-west nach Nordost folgen. Der Abfluß der Gewässer wurde in diesem Ge-biete durch die Thäler bedingt, welche der Hebung ihren Ursprung verdankenund die Hauptflüsse Rhone und Rhein liegen von Chnr bis Martinach inEiner Richtung. Von Martinach zum Genfcrsec durchschneiden Querthälerdas Gebirge und die Rhone biegt, ihnen folgend, fast in rechtem Winkelab und fließt nach Nordwest. Dieselbe Richtung schlägt der Rhein von Chnrnach Sargans ein, statt aber dort durch das Hauptthal dem Wallcnseezuzueilen, tritt er in die Cluse des Schollbergcs und fließt dem Bodcnseezu. Wenn auch die Richtung dieser Flüsse und Bäche des Alpengcbietesdurch den Schichtenban unserer Gebirge bedingt wird, so haben doch die-selben ohne Zweifel im Lause der Jahrtausende fortwährend an der Ver-tiefung ihrer Bette gearbeitet. Es kann zwar nur dem kühnsten Neptunisten

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