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Allgemeine Betrachtungen.
einfallen, daß der Rhein die schauerlich tiefen Clnsen der Roflen und derViamala, oder die Linth die in schwindlige Tiefen sich verlierende Felsspaltevon der Pantenbrücke bis zum Thiervehd eingeschnitten habe, aber ohneZweifel haben diese Gebirgsbäche, ursprünglichen Spalten und Thal-schluchten folgend, sie allmahlig erweitert und vertieft. Anders verhältsich das Gebiet der Molasse. Es ist in der mittlern und östlichen Schweiz von zahlreichen Bächen und Flüssen durchzogen, deren Flußbette fast sämmt-lich einen mehr oder weniger rechten Winkel auf die Richtung der Alpen-kette bilden. Dabei haben wir zu beachten, daß die Molasse horizontal ge-lagert und nur an den Rändern aufgerichtet ist, daher, wenigstens in denwagrecht gelagerten, weder Berge noch Thäler aus Faltungen hervorgegangensind. Es können diese nur durch Auswaschungen entstanden sein. Es mögendiese schon zur Molassenzeit begonnen haben, ihre Hauptthätigkeit fällt aberauf die pliocenc Zeit, denn wir sehen an gar vielen Stellen, daß dieSchichten der jüngsten Molassenberge beider Thalseitcn sich genau entsprechenund daher ohne Zweifel einst zusammenhingen, während sie jetzt durch eintiefes Thal getrennt werden. Wir haben früher (S. 28-1 u. f. und 451)versucht, das Aussehen des Landes zur spätern Molassenzeit zu schildernund eS ist dieß zu berücksichtigen, wollen wir uns über die großen Ver-änderungen, welche die pliocene Epoche brachte, Rechenschaft geben. Esscheint, daß dabei der dort erwähnte große Süßwaffersee, welcher einen Theilder östlichen Schweiz längs der Alpen deckte, wesentlich betheiligt war. Geradein diesen Gegenden wurde die Molasse zu Gebirgen aufgethürmt und andie Stelle deö See's traten hohe Berge (so der Speer und Rigi ). Diesegroßen Wassermassen wurden auf die wagrecht gelagerte Molasse ergossenund flössen in einer auf die Hebnngslinie fast senkrecht stehenden Richtungab und verursachten mit den Gewässern, die aus dem aufsteigenden Alpen-gebiet kamen, diese enormen Auswaschungen, welche so weit alles, was wirjetzt sehen, übersteigen. Die sämmtlichen Schluchten und Thäler, welche dasMolasscngebiet durchziehen, sind durch die Flüsse und Bäche ausgewaschenworden und die Hügelketten sind die stehen gebliebenen Ueberreste derfrühern Molassenflache; auch die kleinern Seebccken dürften aus diese Weiseentstanden sein." In der Nordschweiz treffen die Gewässer auf die harten
* Professor Desor leitet die Bildung aller See'» des Molassengebietes und zwar nichtnur der kleinen (wie des Greisen- und Pfäfsiker-See'ö), sondern auch deö Züricher-, Boden-und Genfer-See's von Auswaschungen her und nennt sie daher Erosionösee'n. Solche Aus-waschungen können ader nur da stattfinden, wo das Wasser ein Gefall hat, es müßte daherbei diesen Tee'n angenommen werden, daß ihr Abflußbett früher viel tiefer gewesen und