Erosion.
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und höher» Muffe» des Jura, fließen um Fuße desselben hin bis zu denStellen, wo Querthuler die Jnrukette durchbrechen, durch welche sie einenAusweg gefunden huben. Duß diese großurtige Ausfurchnug zur dilnviulenFeit im großen Ganzen schon ausgeführt wur, zeigt die Thutsuche, dußdie Verbreitung der Gletscher und ihrer Moränen und Geschiebe sich nachder jetzigen Thalbildung richtet, diese also schon vorhundcn gewesen seinmuß, wie wir dieß früher (S. 516) gezeigt huben. Auch der Rhein floßdumuls in seinem jetzigen Bette (S. 5^-1), während zur mioceneu Zeit dieGewässer eine gunz andere Richtung »ahmen (S. 286), und der Abflußdurch das Elsaß verschlossen war. Es fällt somit die Ausfurchung derMolasse in dieselbe Zeit mit der Hednug der Alpen, und da diese nurallmählig stattfand, muß das Gefall der Flüsse nach und nach immer größerund damit auch ihre Erosionskruft vermehrt worden sein. Es wurden dieNiveauverhältnisse der Schweiz durch diese großartige Erscheinung gänzlichverändert, es mußte daher ein ganz neues Wuffernetz entstehen, das vonder Hebung der Alpen und den vvn ihnen abfließenden Gewässern seinenImpuls und Charakter erhielt, woraus sich erklärt, warum die orographischcn,d. h. durch die Hebung bedingten Thäler des Gebirgslandes in das Mo-lassenland hinaus sich fortsetzen und auch die durch Auswaschung entstan-denen Flußthäler und Seebecken der Niederungen zu dem Alpengebirg inBeziehung stehen.
Nachdem die Hügel und Thäler gebildet, wurden sie mit Schuttmussenüberführt, es wurde das ganze Flachland der Schweiz gleichsam überliest.Diese Arbeit wurde durch die Gletscher ausgeführt, wie wir dieß ausführlichfrüher (S. 510 u. s.) nachgewiesen haben. Als die Gletscher zu Anfang derdiluvialen Zeit aus dem Gebiete der Alpen in die Niederungen hinabstiegen,werden sie zunächst die Thäler und Seebccken ausgefüllt haben. Sie bildetendamit eine Brücke, über welche die Steinmassen, die sie aus dem Gebirgebrachten, in weite Fernen sortgeschvben werden konnten. Wären die See-becken nicht mit Gletschern bedeckt worden, hätten die Schuttmaffen sie ohne
ausgefüllt worden sei. Allein es ist dieß durchaus nicht in dem Grade der Fall, als die Tiesejener See'n dieß verlangt. So hat der Zürichsee an einer Stelle eine Tiese von 266 Meter,dieser Seeboden liegt daher nur 142 Meter über Meer und 123 Meter tiefer als der Rhein -messer zu Basel . Zwischen Zürich und Basel geht der Fluß an zahlreichen Stellen überanstehenden Fels (so an der Betznau bei 323 Meter ü. M.s, daher das Bell da nicht tiefergewesen sein kann. Dieß macht es sehr unwahrscheinlich, daß der Zürichsee nur durch Aus-waschung entstanden sei und läßt eher eine lokale Bodensenkung vermuthen, und dasselbe giltvom Boden- und Gensersee. Vgl. Pros. Studer äs 1'origms äes lass sursses. Lidl,uiiiv. 1864.