V o r b c r i ch t.
Das nachfolgende Werk, eine totale Umarbeitung der Chroniken oder Memorabilienvon Bluntschli , Werdmüller und Erni, die bis zum Jahr 1820 reichen, hat seine Ent-stehung dem Umstand zu verdanken, daß diese drei Chroniken so viel als vergriffen undnicht ganz übereinstimmend bearbeitet sind, und dem Wunsch, daß dieselben mit Benutzungaller möglichen Hülfsmittel nach einem bestimmten System in ein Ganzes zusammengezogenwerden möchten.
Wenn auch meine Gesundheitsumstände sich ungünstiger gestaltet hatten, so unternahmich die Arbeit dennoch mir großer Vorliebe und mit rüstigem Eifer, obschon ich mir beiden abweichenden Ansichten über viele ältere Verhältnisse die Schwierigkeit der Bearbeitungnicht verhehlen konnte. Begreiflich mußten die bisherigen Chroniken meiner Arbeit zu Grundegelegt werden; indeß benutzte ich sorgfältig alle seit dem vorigen Jahrhundert erschienenenDruckschriften über den Kanton Zürich , so weit sie mir zugänglich waren, um den meistenArtikeln größere Ausdehnung und mehr Vollständigkeit zu geben. Als solche Quellenbezeichne ich vorzugsweise Vögeli's altes Zürich , Bluntschli's Staats- und Rechtsgeschichte,Meyer's Gemälde des Kantons Zürich , Archiv der geschichtsforschcndcn Gesellschaft derSchweiz , Müller's Schwcizergeschichte, die Mvnatschronik, Len's Lerikon, helvetischerAlmanach von 1814, Fäsi's Erdbeschreibung, eine Rcsormativnsgeschichte von Vögeli, ge-schichtliche Beschreibung der Burgen Kyburg und Wädenschwcil von Eschcr u. a.
Bei diesen und noch manchen andern gedruckten Quellen, z. B. Zeitschriften, blieb ichindeß nicht stehen, sondern suchte auch ungedruckte zu benutzen. Mit großer Gefälligkeiteröffnete mir Herr Felir Ulrich Lindinner seine Sammlung von Auszügen aus Urkunden,aus Raths- und Richtbüchern u. a., woraus ich, soweit ich es bedurfte, die für micherforderlichen Notizen zog; und Herr Rudolf Rordors theilte mir ebenfalls auf zuvor-kommende Weise manche schätzbare Notizen aus seiner gleichfalls aus ältere Verhältnissebezüglichen ähnlichen Sammlung mit.
Ungeachtet dieser und noch vieler anderen Hülfsmittel fand ick indeß auch für noth-wendig, erfahrene Männer bei meinem Unternehmen zu Rathe zu ziehen. HHerr alt Kirchen-rath Salomon Vögelin, der sich um die Erforschung unserer älteren Zustände aus-gezeichnete Verdienste erworben bat, erwies mir die besondere Gefälligkeit, das Manuskript