das Chorherrenstift schon damals dort besaß, unter seinen Schutz nahm. Das Stift besaß dengroßen und kleinen Zehnten zu Wytikon und ein Wydumgütli. In der Nähe des Dorfes standim Mittelalter eine Burg der Edeln von Wytikon, von denen einer, Heinrich, 1264 Kustosdes Klosters auf dem Zürichberg war, ein anderer Heinrich 1384 Bürger zu Zürich wurde.Wann das Geschlecht ausgestorben, ist unbekannt. Wytikon kam gleichzeitig mit Küßnacht imvierzehnten Jahrhundert an die Stadt Zürich und gehörte bis am Ende des vorigen Jahrhun-derts zu der Obervogtei Küßnacht. Vor der Reformation hielt sich in der Waldung der Ge-meinde ein Waldbruder auf. — Am 30. Mai 1799 schlugen französische Grenadiere in den Bächel-äckern ein Lager auf; am 2. Juni Abends nach 6 Uhr rückten die Oesterreichs von Fällan-den her vor, trieben die Franzosen bis über die Eyerbrecht hinab und kampirten die Nachthindurch im Lager; am 3. entwaffneten sie das Dorf, am 4. rückten sie in stärkerer Zahl her-bei und auf der Eichhalden wurde ein großer Artilleriepark aufgestellt, von dem aus sie diefranzösischen Batterien im Burghölzli beschossen, bis sie sich am 6. der Stadt Zürich bemäch-tigten. Es wurde zwar im Dorf nicht geplündert, aber alle Pflanzungen zertreten. Nach derentscheidenden Schlacht bei Zürich retirirten am 26. September mehrere hundert blessirteRussen durch das Dorf, ein Park von 60—70 Fuhrwerken wollte eben dahin lenken, mußte aberwegen der steilen Straße bei der Eyerbrecht wieder umkehren und eilte nun gegen Zollikon zu,wurde aber dort von der französischen Kavallerie eingeholt und die Wagen erbeutet. Am Abendjenes Tages kamen wieder 400 Franzosen nach Wytikon. — In den Jahren 1806 und 1807kaufte die Gemeinde mit circa 9000 fl. den Zehnten los.
Die Kirchgemeinde oder Filiale Wytikon umfaßt neben dem Dorf nur noch einHaus von Trichtenhausen. Sie zählte am Ende des vorigen Jahrhunderts 267 Seelen. —Wytikon war, so weit die Nachrichten reichen, in kirchlicher Beziehung von dem Großmünfterabhängig, zuerst eine Kaplanei, seit 1526 aber eine Pfarrei, die indeß immer von dem Stiftabhängig war, welches die Pfarrer, die ihren Dienst von der Stadt aus versahen, besolden,den Kirchthurm und den Taufstein baulich in Ehren halten muß. Die ersten Pfarrer waren:1523 erwählt Wilhelm Rubli, 1524 Dietrich Wanner, 1526 Veit Hofmeister. — Die Kirche,welche 670 Fuß über dem Zürichsee liegt, war vor der Reformation eine bloße Kapelle, welcherder Hof auf Rütinen gehörte. 1612 wurde, nachdem der Kirchthurm von einem Windstoßheruntergeworfen worden, derselbe neu erbaut. 1768 wurde von dem Stifte die Kirche repa-rirt, der Thurm neu beschlagen und roth angestrichen, und von der Gemeinde zwei Zeittafelnangebracht. — 1793 erbaute die Gemeinde ein Schulhaus mit Lehrerwohnung im Oberdorf,wozu der Pfarrer Bernhard Lavater schöne Vergabungen gemacht hatte. Dasselbe kostete ohneHolz und Frohndienste 2200 fl.
Die Gemeinde Wytikon war während der helvetischen Zeit dem Distrikt Zürich , währendder Mediationszeit dem Bezirk Horgen, später dem Oberamt Zürich einverleibt.
Zell.
Dorf und Pfarrgemeinde, bis 1798 zu der Grafschaft Kyburg gehörig.
Das Dorf Zell, welches etwa 30 Häuser zählt, liegt in einem Bergwinkel des Töß-thales, unweit dem rechten'Ufer der Töß, zwischen Seen und Tnrbenthal, zwei Stunden von