Buch 
Die alten Chroniken oder Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich von den ältesten Zeiten bis 1820 / neu bearbeitet von Friedrich Vogel
Entstehung
Seite
40
JPEG-Download
 

40

Pfarrhaus erbaut, das, so wie die Kirche, zu Fisibachs steht. 1817 und 1819 fanden nichtunbeträchtliche Bauten an dem Pfarrhaus statt.

Die Gemeinde Bachs war während der helvetischen und Mediationszeit, somit von 1798bis 1814, dem Distrikt oder Bezirke Bülach , später dem Oberamt Regensberg einverleibt.

Weiteres siehe die Artikel Feuersbrünste, Naturbegebenheiten, Steuern u. a.

Badenfahrten und Badenfchenken.

Schon seit alten Zeiten wurden die warmen Bäder zu Baden von Städtern und Landleutenwegen ihrer Heilkräfte besucht, von vielen indeß auch schon damals mehr um der Lustbarkeit willen.Badenfahrten nannte man, wenn ganze Familien für kürzere oder längere Zeit dahin zogen.(David Heß schildert dieselben in seinem im Zahr 1818 im Druck erschienenen Werke lebendigund beredt.) Die Obrigkeit verbot aber ihren Unterthanen zu drei verschiedenen Malen, sichnach Baden zu begeben, um dort die Bäder zu gebrauchen; nämlich Ao. 1483 bei Anlaß einergroßen Münzftreitigkeit mit verschiedenen Kantonen wegen der verrufenen Münze der sogenanntenFünfer, weil die Badener solche nur zu vier Haller annehmen wollten; Ao. 1528, weil dievon Baden die Evangelischen, die bei ihnen erkrankten, zur Beichte und Empfangung der Hostieanhielten und den Verstorbenen das Begräbniß versagten; endlich 1659, da die Stadt Baden,dem vorhergegangenen, den Rapperschweilerkrieg beendigenden Friedensschluß zum Trotz, dasSchloß wieder befestigte. Dieses Verbot ward erst Ao. 1665 wieder aufgehoben, mit dem Be-ding, daß man fürobin alle Reformirten in ihren Bädern und Zimmern ungehindert Predigtenlesen und Psalmen singen lasse. Ao. 1603 erging ein Gebot, daß die Badensahrten nichtsollen auf die Zeit der Ostern oder die Woche vorher angestellt werden, und diejenigen, so aufsolche Zeit sich zu Baden befinden, nach Hause kommen.

Baden-Schenken hieß man früher die Geschenke, welche Magistraten oder andern Hono-rationen bei ihrem Aufenthalt zu Baden gleichsam als Ehrenbezeugung dargebracht wurden, soz. B. veranstalteten Ao. 1534, als der Bürgermeister Röust eine Kur in Baden machte, zwei-hundert Bürger und Landleute, theils zu Pferde, theils zu Fuß, einen Zug nach Baden,sämmtlich mit prächtigen seidenen und sammetnen Kleidern angethan. Zhre Annäherungerschreckte die Badener sehr, daß man sie kaum durchziehen lassen wollte. Sie segneten HerrnRöust das Bad und stellten ihm einen fetten, weiß und blau geschmückten Ochsen, an dessenHörnern, die vergoldet waren, ein blau sammetner Seckel mit 20 rheinischen Gulden an Goldhing, als ein Geschenk zu. Der Ochs ward sogleich geschlachtet, zugerichtet und verzehrt. Denfolgenden Tag traten sie ihren Rückmarsch an, wobei nun die Bürger von Baden freundlichergestimmt waren. Ao. 1606 wurde dem Bürgermeister Bräm ein Rind in das Bad verehrt,welches ihm von acht Herren des Raths präsentirt wurde; 1609 dem Herzog Ernst von Bayern ,Churfürst zu Köln , ein silberner und vergoldeter Globus sammt einem Thier aus dem Stadt-graben und etwas Fischen durch vier Herren; 1610 dem Landgrafen Maximilian zu Stühlingen und seiner Gemahlin ein Rind, das 65 fl. kostete, mit Verzierungen, ebenfalls durch vier Herren.

Als der Antistes Breitinger im Zahr 1618 zu Baden eine Kur machte, wurde vom Ratherkannt, daß jedes Mitglied desselben ihm eine Dukate ins Bad verehren soll; der AntisteS