siede Edelsitze.
Burgställe,
Capitulationen,
siehe Militär - Capitulationen.
Cappel.
Ehemaliges Kloster, Amt oder Schaffnerei und Pfarrgemeindc, zwischen dem Albisbergund der Stadt Zug , etwa 1'/? Stunde von letzterer, in dem obern Theile des Freiamtö gelegen.
Das Kloster Cappel wurde im Jahr 1185 von Walther II. von Eschcnbach, Herrn zu Schna-belberg und Schwarzenberg, und seinen Geschwistern, Berthold, Adelheid und Hedwig gestiftet.Denn jetzigen Kirchhofe stand damals eine uralte, dem h. Markus geweihte Kapelle, die bis zur Re-formation die Pfarrkirche war, dann aber, als die Klosterkirche hiefür bestimmt wurde, abgebrochenward. Walther beschenkte die Kapelle mit Land und Kostbarkeiten und ließ nach Gründung desKlosters Cisterziensermönche von Altem yf (einem berühmten Kloster bei Freiburg in der Schweiz-kommen, schenkte ihnen die alte Kapelle mit großem Gelände als Eigenthum und gestattete den-selben abgabenfrei den Weidgang und die Nutzung in seiner ganzen Herrschaft. Bischof Herr-mann von Konstanz bestätigte die Stiftung. Als Wohlthäter des Klosters werden vorzüglich ange-geben: Die Freiherren von Eschenbach - Schnabelburg, die bis zum Jahr 1308 Kastvögte desKlosters waren, die Edeln von Haüwyl, Baldegg, von Hünenberg , von Bonstetten, die Erisleroder Geßler u. A., welche sämmtlich in dem Kreuzgang des Klosters ihre Begräbnisstätten hatten.Durch den frommen Sinn so vieler Geber erwarb das Kloster sich in kurzer Zeit sehr großeBesitzungen in dortiger Gegend, viele Höfe am Zürichsee , Rebgelände daselbst und an manchenandern Orten im Kanton, auch in den Kantonen Zug, Aargau, Luzern , Uri u. s. f. — FünfKirchen mit ihren sämmtlichen Einkünften, nämlich Baar, Neuheim , Deinweil, Rifferschweilund Kilchberg , so wie die Kapellen zu Hausen, Roßan, Schöndrunn u. s. f. wurden dem Klostergänzlich einverleibt und durch V:kare besorgt, und noch an manchen andern Orten besaß dasKloster den Kirchensatz. Kaum 30 Jahre nach seiner Gründung ertheilte Papst Znnocenz III.ihm das Vorrecht, sich vor andern „das Große" nennen zu dürfen. Päpste und Kaiser, unterdiesen besonders Rudolf von Habsburg und seine Söhne, wetteiferten, dem Kloster Vorrechtezu ertheilen und seinen Besitz zu beschützen. Zm Jahr 1226 stand dem Kloster ein Abt vor,der ein gelehrter Zurist war. Kaiser Friedrich II. nahm durch Urkunde vom 3ahr 1233 aufAnsuchen des Abtes Ulrich und des Convents das Kloster und seine Besitzungen in Schutz,ebenso Heinrich VII. , der 1310 den Kauf des Hofes zu Hausen, den daS Kloster von Johannesvon Affoltern erwarb, bestätigte. Bald aber stellte sich in Folge Übeln Haushaltes Finanznotkim Kloster ein. Unter dem Abte Heinrich Pfau, der auf dem Konzilium zu Constanz anwesendwar, erlangte das Kloster das Bürgerrecht der Stadt Zürich , und zwar Ao. 1403; dasjenigevon Zug hatte es schon 1344 erworben. So wie der Besitz des Klosters sich vermehrte, schwandauch Ordnung und Zucht, und von geistiger Thätigkeit der Mönche ist sehr wenig bekannt.Pfau stellte die Finanzen einigermaßen wieder in Ordnung. Unter dem Abte Werner am Dachvon Mörikon, der 1434 auf dem Konzilium zu Basel mit der weißen Znful belehnt wurde,