214
diente nun unter dem Namen Sammlung eine Zeitlang als Krankenhaus, Ao. 1551 aber wurdendie sämmtlichen Klvftergebäude vorn Spital an den Buchdrucker Christoph Frvschaucr um 1200 fl.verkauft, welcher dieser neu erkauften Behausung von seinem Geschlecht her den Namen Froschaugab, den sie bis auf den heutigen Tag führt. Noch ist oben an der Brunnensäule im Hof dasFroschauerwappen, ein Knabe, der auf einem Frosch reitet, zierlich in Stein ausgehauen zusehen. Nach des jüngern Froschauers Tod, der 1585 erfolgte, kam die Froschau an die Eschervon Glas; 1596 war sie Wohnung und Eigenthum deS Bürgermeisters Johannes Keller.Später kam sie wieder an die Escher und diente von 1810 —1817 dem Blindeninstitut alsLokal.
Galgen,
Richtstätten, wo die Verbrecher mit dem Strang vom Leben zum Tode gebracht (gehenkt) wurden,gab es in frühern Zeiten in unserm Kanton mehrere, nämlich jede Grafschaft oder Herrschaft, dieeigene Gerichtsbarkeit hatte, besaß einen solchen, so auch die Chorherren für die ihnen untergebenenDörfer Stock und Galgen zu Fluntern. Bei der Staatsumwälzung im Zahr 1798 wurde dieStrafgerichtübarkeit ganz zentralisirt und es verblieb nur der Galgen, welcher in der Nähe vonZürich zwischen den Gemarkungen von Außersihl, Albisrieden und Altstätten stand, aber je längerje weniger angewendet wurde, zum letzten Mal im Zahr 1810 bei dem Gauner Melchior Dürr.
Gamlikon.
Ein Dörfchen von 8 Wohnhäusern in der Pfarrei Stallikon , im Stallikerthal gelegen.Es sott im Mittelalter eigene Edelleute gehabt haben, von denen Egolf 1120 lebte, und dieWafferkirche besaß daselbst einen bedeutenden Hof.
Ganser.
Diesen Namen führte ein Schloß, welches in der Nähe von Kyburg gelegen sein soll,allein ungewiß zu welcher Zeit völlig zerstört wurde.
Gaffenpflaster.
Die Depflasterung der Gassen, Straßen und öffentlichen Plätze mit Steinen soll in derStadt Zürich erst im Zahr 1403 zum ersten Mal angewendet worden sein und damals 3200Pfund Pfennig gekostet haben. Darauf wurde verboten, Schweine auf der Gasse herumlaufenzu lassen. Noch lange blieben aber einzelne Theile der Stadt, namentlich die außer den eigent.lichen Stadtmauern liegenden Theile oder die Vorstädte, unbepflastert; so z. B. wurde dieStraße vor dem Lindenthor erst Ao. 1747 abgegraben, verebnet und bepflastert, 1758 die Straßevon der Niederdorfporte bis zum Stampfenbach, 1770 diejenige von der Stadelhoferporte biszum Kreuzbühl, 1774 der alte Viehmarkt, 1777 der Weg vom Felsenhof bis zur Straße imThalacker, 1778 die Straße längs der Sihl u. s. f. Erst in dem gegenwärtigen Jahrhundertwurde die Depflasterung aber noch weiter ausgedehnt und von Zeit zu Zeit immer sorgfältigerausgeführt; eS entstanden auch deßhalb für die Stadt immer bedeutendere Kosten, die manfrüher wenig oder gar nicht kannte.