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Die alten Chroniken oder Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich von den ältesten Zeiten bis 1820 / neu bearbeitet von Friedrich Vogel
Entstehung
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638
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Pulvermühle.

Dieselbe befand sich zuerst in der Stadt Zürich und zwar auf dem untern Mühlensteg,wurde aber, nachdem sie in den Zähren 1723 und 1750 in die Luft gesprungen war, nachHöngg an das Ufer der Limmat verlegt. Dort sprang sie im verflossenen Jahrhundert dreiMal (1752, 1753) wieder und wurde alsdann im Anfang des gegenwärtigen Jahrhunderts andas entgegengesetzte Ufer der Limmat in den Dann der Gemeinde Altftätten verlegt.

Radegg

Diesen Namen führte ein Schloß, das am Irchel zwischen Ebersperg, Hohen- und Hinter-Teufen lag. Von den Edeln, welche dasselbe bewohnten, sind bekannt: Hugo, Ritter, der amEnde des 13ten Jahrhunderts lebte, Rudolf, der zu Rheinau in den Benediktinerorden trarund nachher nach Einsiedeln berufen wurde, und Adelheid, die um das Jahr 1358 mit demEdeln Hermann von Breiten-Landenberg verehlicht war; unbekannt aber ist, wann und wiedas Geschlecht erlosch.

Rafz.

Dorf und Pfarrgemeinde, bis 1798 zu der Herrschaft oder Landvogtei Eglisau gehörig.

Das große Dorf Rafz, das mehr als 200 einzelne Wohnhäuser zählt, liegt jenseits desRheins auf dem Rafzerfeld, an der Straße von Zürich nach Schaffhausen und von Schaff-hausen nach Kaiserstuhl und Zurzach, eine Stunde von Eglisau entfernt. Das Rafzerfeldist bei zwei Stunden lang und anderthalb Stunden breit und wird auf der einen Seite vondem Rhein , auf der andern durch eine Bergkette eingeschlossen, die es von dem schwarzen-bergischen Klettgäu oder gegenwärtig dem großherzoglich-badischen Gebiet abtrennt. Auf demselben liegen außer Rafz noch drei Dörfer: Wyl, Hüntwangen und Wasterkingen . Die ganzeGegend machte im Mittelalter einen Theil des Klettgaues aus und gehörte den Grasen vonSulz, als Landgrafen im Klettgäu, welche hernach das Bürgerrecht in Zürich annahmen.Schon im Lauf des 15ten Jahrhunderts erwarb die Stadt Zürich die niedern Gerichte über dieDörfer auf dem Rafzerfeld. Im Jahr 1499 wurde der größte Theil des Dorfes von den Sol-daten des schwäbischen Bundesheeres aus den benachbarten Besatzungen eingeäschert. Die Hoheitoder Landesherrlichkeit über das Rafzerfeld erwarb Zürich erst im Jahr 1651 durch Kauf, in-dem es für die Oberherrlichkeit, Malefiz, Geleit und Forstrechte, sammt einigen Zehnten undGrundzinsen auf dem Rafzerfeld den Grafen von Sulz 47,284 fl. 6 ß. 9 Hlr. bezahlte, anwelcher Summe sich aber eine Schuld der Grafen von 31,104 fl. 6 ß. 9 Hlr. abrechnete, sodaß dieselben nur 16,150 fl. an baarem Geld erhielten. 1653 wurde den GerichtsherrenHeinrich und Rudolf Meiß von Teuffen unter gewissen Bedingungen der Wildbann auf demRafzerfeld auf drei Jahre ertheilt, 1659 aber diese Zagdgerechtigkeit einem jeweiligen Landvogtzu Eglisau verliehen, 1682 von dem damals zu Thiengen anwesenden Fürsten von Schwarzen-berg , als Erbe der Grafschaft Sulz, das Lehen und die Hoheitsrechte auf dem Rafzerfelddurch einen Lehenträger in Empfang genommen, hierauf 1685 wegen dieses Lehens ein Ver-gleich mit der schwarzenbergischen Regierung getroffen, 1705 neuerdings die Zagdgerechtigkeitdem Landvogt zu Eglisau allein aufgetragen. Ao. 1702 wurde zum Schutz der Schweizergrenze