Deltheim.
Dorf und Pfarrgemeinde, bis 1798 zu der Lanbvogtei Kyburg gehörig.
Das Dorf Veltheim , welches etwa 60 Häuser zählt, liegt ganz nahe bei der StadtWinterthur und zwar auf der Nordseite derselben und bildet gleichsam eine Vorstadt von ihr.Die ältesten Schicksale des Ortes liegen sehr im Dunkeln, nach der Meinung der einen soll
derselbe im Mittelalter eigene Edelleute gehabt haben, deren Wohnsitz man auf dem Vorbühel
eines Rebberges, der damals noch Wald war und von dem man eine schöne Aussicht genießt,und wo sich eine reiche Quelle des besten Wassers befindet, die niemals versiegt, zwei Dorf-brunnen, zeder mit drei Röhren, den Brunnen im Pfarrdof und den Brunnen im AmtShofzu Winterthur hinlänglich mit Wasser versieht, suchte; nach der Meinung anderer dagegen sollkein solches Schloß zu Deltheim bestanden haben. Gewiß ist nur daS, daß die Herzoge von
Oesterreich als Grafen von Kyburg schon frühe nn Besitz des Weinzehntens zu Veltheim und
anderer Gefälle so wie der Herrschaflsrechte daselbst sich befanden, welche sie im Jahr 1358dem Nonnenkloster zu Töß als Ersatz des Schadens, den das Kloster im griege der Oester-reicher mit Zürich erlitten hatte, übergaben, nach dessen Aufhebung zur Zeit der Reformationdiese Gefälle an den Staat kamen. ES gab sogenannte Schuppoßgüter von Kyburg zu Velt-heim. Inzwischen war Veltheim im 15. Jahrhundert mit der Grafschaft Kyburg an Zürich gekommen und wurde dem ennern Amte der Lanbvogtei Kyburg zugetheilt, zu welchem es bis1798 gehörte.
Die Pfarrgemeinde Veltheim umfaßt außer dem Dorf nur einige zerstreut um das-selbe her liegende Häuser. Sie gehörte zu dem Winterthurer -Kapitel und zählte am Ende desvorigen Jahrhunderts 452 Seelen. — Die Pfarrei ist sehr alt; es stand ursprünglich an derStelle der Kirche eine der heiligen Anna geweihte Kapelle, die vermuthlich von Winterthur aus von einem Kaplan versehen wurde und zu welcher die Winterthurer seit dem Siege, densie im Jahr 1292 über die Züricher erfochten, .jährlich eine Wallfahrt veranstalteten. 1319wurde Veltheim zu einer Pfarrei erhoben. — Die Kollatur ober der Kirchensatz stand zuerstden Grafen von Kyburg zu und wurde von diesen im Jahr 1358 dem Kloster Töß vergäbet,welches ihn bis zur Reformation besaß, dann kam er an die Regierung und die Pfarrer wur-den nun von dem Kleinen Rathe gewählt. — Die ersten reformirten Pfarrer waren: 1528Marti» Wipf, Michael Schörrli, 1540 Johannes Lang. Einer der nachfolgenden, JohannKonrad Füßli (1742 — 1775), war ein, zwar etwas sonderbarer, Gelehrter und Geschichtsforscherund zeichnete sich auch durch gründliche Kenntniß und Erfahrungen in der Landwirtkfchaft aus.Er setzte sich noch bei seinen Lebzeiten selbst in der Kirche ein Grabmal. — Kirche und Pfarr-haus stehen mitten mi Dorf. Das letztere wurde in den Jahren 1817 — 1819 mit einemKostenaufwand von etwa 13,000 fl. ganz neu erbaut, ungeachtet dieses Aufwandes aber nichtmit hinlänglicher Bequemlichkeit. Im Jabr 1789 baute die Gemeinde ein neues Schulhaus.
Veltheim gehörte vorn Jahr 1798 an ununterbrochen zum Distrikt, Bezirk und OberamtWinterthur .
Weitere Merkwürdigkeiten siede Feuersbrünste u. s. f.