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Klostergebäudes zur Wohnung angewiesen wurde, welcher noch kurz vor der Aufhebung derAbtei in den Zähren 1506 und 1507 sehr schön renovirt worden war, wovon die noch jetztvorhandene künstlich geschnitzte Decke in der Wohnstube des Amtmanns Zeugniß gibt. An desletzkern Behausung wurde, wie Bullinger bezeugt, sogleich nach dessen Ziistallirung ein Hausmit Kornschütten angebaut, und hernach vorn Rath festgesetzt, daß ein jeweiliger Amtmann aus 6Zahre gewählt werden soll. Die Besoldung des AmtmannS bestand früher in 35 Mütt Kernen,15 Malter Haber, 25 Eimer Wein und 60 Pfund Geld und wegen des Zehntens im Sihl -feld in 10 Mütt Kernen und 5 Malter Haber, 5 Eimer Wein, 4 Mütt Schmalsaat, in demHanfzehnten von 7 Orten, der in gewöhnlichen Zähren 200 Pfund Risten betrug, und in 80Pfund für den Knecht. — Die ersten Amtmänner waren Niklaus Frei, alsdann 1532 Dartho-lomäus Köchli, 1541 ZohanneS Kolb. Zm Zahr 1798 bekleidete diese Stelle Emanuel Werd-müller.
Durch die Aussteuerungsurkunde vom Zahr 1803 ging das Fraumünsteramt mit allen dem-selben zustehenden Zehnten, Grundzinsen, Schuldtiteln, Waldungen, Lehenhöfen oder liegendenGründen sammt dem Amkhauö, dessen Bestallungen, Schütten und übrigen Gebäuden in dasEigenthum der Stadt Zürich über, unter dem Vorbehalt jedoch, daß der Landesregierung derungehinderte Besitz und Genuß des benöthigten Platzes für ihre Archive gesichert bleibe unddaß die Kirche, der Kreuzgang, die Pfrundhäuser und alle Lasten und Kompetenzen, die bisheraus dem Amt und dessen Eefällen bestricken worden, der Gemeinde Zürich ab- und vom Staatübernommen werden. Diese Bestimmungen wurden in dem Abchurungsinstrument vom Zahr1803 (siehe pn-;. 33 — 37) weitläufiger aus einander gesetzt und seit dieser Zeit bewohnt der Re-qistrator des Staates den obern Boden deS Amthauses. Der erste Amtmann, welchen die Stadtdabin setzte, war Hans Konrad Ott.
Das erste Archiv wurde im Zahr 1606 in den Gebäuden des Fraumünsters angelegt undzwar in der Sakristei, welche in ein feuerfestes Gewölbe verwandelt und wohin die bisher inder alten Rechensrube auf dem Rathhaus befindlich gewesenen Schriften und Briefe gebrachtwurden. Sodann ward Ao. 1698 die Dreikönigs - Kapelle unter dem einen Thurm so wie dasGlockenkaus in dem Thurm der Rechenkanzlei zu einem Archiv eingegeben und im siebenzehntenJahrhundert noch ein Archiv hinter der dem Registratur eingeräumten Wohnung im Amthauseingerichtet. Ao. 1786 wurde der Hintere Theil deS Amtkauses, der nur ein halbes Stockwerkhock und baufällig war, ein ganzes Stockwerk hoch neu aufgeführt, wodurch der Amtmannmehr Raum für seine Wohnung und das Archiv einen sehr schönen großen Saal gewann. DieKosten dieser Baute betrugen 6262 fl. an Geld, 62 Eimer Wein und 46 Mütt Kernen. DasArchiv für die Stadt befindet sich im obersten Theil des Glockenhauses des einen Thurms.
Bald nach der Reformation, im Zahr 1537, wurde ein Theil der Gebäude der aufgehobenenAbtei dem neu errichteten Alumnat (siehe Zuchthof) eingeräumt und später der westliche Flügelder letztern zu einem Lokal für 5 lateinische Schulen, für das LoIIexium kum-mitatis und zueiner Wohnung des ersten Professors eingerichtet. Ao. 1789 wurde diese Wohnung sehr be-deutend renovirt. An die Stelle der Lateinschule trat 1803 die Bürgerschule.
Andere Gebäude der Abtei erhielten nach Aufhebung derselben anderweitige Bestimmungen,