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Die alten Chroniken oder Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich von den ältesten Zeiten bis 1820 / neu bearbeitet von Friedrich Vogel
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daus, das ein ganz ländliches Ansehen hat und von der Regierung unterhalten werden muß,wurde von Zeit zu Zeit renovirt.

Weiteres siehe Naturbegebenheiten, Steuern u. s. f.

Gefecht am Hirzel den 24. Mai 1443.

Im alten Zürichkrieg, nachdem auch Zug und die übrigen Eidgenossen sich Schwyz undGlarus angeschlossen hatten, als für diejenigen Gegenden des Zürichgebiets, die an Schwyz undZug angrenzten, die Gefahr neuer Einfälle und Verheerungen immer mehr wuchs, errichtetendie Bewohner des linken Seeufers im Hirzel und am Horgenerberg eine Verschanzung gegendie Zugergrenze hin, die im ganzen sich über eine Stunde ausdehnte, und diese Letze oderSchanze wurde, als der Feind herannahte, freiwillig von den Seebewohnern, etwa 800 ander Zahl, und einem Zuzug aus der Stadt, 600 Mann stark, besetzt. Die Eidgenossen, da siehörten, wie Vortheilhaft die Zürcher auf dem Hirzel liegen, beschlossen die Schanze zu um-ziehen. Es machten sich daher 2000 4000 Mann von Luzern, Uri und Unterwalden auf,eilten durch die Berge nach dem Finsterste, gingen über die Sihl, zogen die Staig hinauf,einen rauhen, höchst beschwerlichen Weg. Ein Bote von ihnen lief an den Zürichsee herab, wodie von Schwyz zu Freienbach von ihrer That ruheten. Diese bat er, nebst Glarus ihnen zu-zuziehen, weil sie es nicht sowohl gegen einen mächtigen Feind, als gegen eine Lage aufzunehmenhätten, welche zu überwältigen der freie Gebrauch vielen Volkes erforderlich sei. Zndeß der Botedie Zusage der Hülfe mitbrachte, lief mehr als einer von dem Hirzel nach den Buchen (Aldis),wo der Markgraf und Bürgermeister standen:Die Schanze, von deren Erhaltung die Sicher-heit des ganzen Landes abhänge, sei in größter Gefahr, auf dieser Seite der Sihl von denEidgenossen, auf jener von den Zugern übermächtig angegriffen, hinterzogen und gebrochenzu werden." 3e näher, je mächtiger der Feind erschien, desto dringender baten sie um Hülfe;erhielten aber nur zwei Zünfte von Zürich , welche 200 oder 300 Mann im Felde hatten. DerBürgermeister war den Seebauern darum ungünstig, weil sie ihm sein Benehmen im letztenKriege vorgerückt. Der Markgraf mochte die Gegend für seine Reiterei unbequem glauben; erwandte vor, die Vertheidigung der Stadt sei sein eigentlicher Auftrag vom König.

Die Sonne neigte sich, schon wurde den eidgenössischen Kriegern die Nachtkost bereitet.Zudem trug sich zu, daß von der Schanze herunter einige riefen:wohl her, Bösewichte, wohlher." Noch gröbere Schmähungen fügten sie bei. Da entbrannte das Volk. Als die Haupt-leute das Zusammenlaufen bemerkten, geboten und baten sie inständigst, zu bedenken, wie späteS am Tag, wie höchst nachtheilig die Lage, wie nöthig sei, Glarus und Schwyz zu erwarten;sie riefen die Mannschaft in den Ring, sie redeten ernstlich zu ihr. Der gemeine Mann wüthete;das Dlickenstorfer Feuer, die Lästerungen von der Schanze machten ihn gegen Vorstellungentaub; auf einmal riefen viele:Es haben unsere lieben Eidgenossen von Schwyz bei Freienbach ihr Theil gethan; wohl auf, noch heute wollen auch wir unsern Theil thun!" Weiter wurdenichts gehört. Sofort vom Ring hinaus, wo der Berg am steilsten, die Schanze am höchstenwar. Als der Schultheiß und die Landammänner den unwiderstehlichen Volkswillen sahen, er-hoben sie die Panner; drückten nach.